Intensive Betreuung bringt Erfolg

TRIER-NORD. Die Ambrosius-Grundschule in Trier-Nord war die erste Grundschule in der Stadt Trier, die die Ganztagsschule (GTS) 2002 in Angebotsform einrichtete: Ein wichtiges Merkmal der Schule ist die starke Unterstützung der Schule durch externe Ehrenamtliche.

Wenn sich Anna (Name geändert) von einer sechs im Diktat schreiben auf eine zwei verbessert hat, ist dies auch ein entscheidender Erfolg von Maria Jacoby. Die Frau ist eine von zehn ehrenamtlichen Helfern, die seit Jahren "ausgesprochen zuverlässig" das Ganztagsschulkonzept mittragen. Und damit nach Aussage von Schulleiter Walter Mottl und Ganztagsschulmoderator Thomas Kürrwitz ein entscheidendes Merkmal der Schule sind. "Wir sind hier mitten in einem sozialen Brennpunkt", erklärt Kürrwitz. Externes Engagement

Um den Kindern besser gerecht zu werden und sie bewusst zu fördern, war der Einsatz von außerschulischen Kräften nötig. Auf eine Such-Annonce nach Ehrenamtlichen im Trierischen Volksfreund hin meldeten sich überraschend viele Personen: Studierende, Pensionäre und Hausfrauen. Die Zusammenarbeit sei sehr gut, das Engagement der Externen hoch. "Eine Frau kommt beispielsweise regelmäßig aus Bitburg hier hin. Dabei erhält sie genauso wie die anderen keine Fahrtkostenerstattung", berichten die Pädagogen. In enger Absprache zwischen Externen und Lehrern würden die Kinder gezielt gefördert - "das genießen die Kinder unglaublich." In der Ambrosius-Ganztagsgrundschule wird aber nicht nur gelernt, sondern auch gespielt. Derzeit arbeitet die Schule nach dem additiven Prinzip. "Mit dem Ziel, die rhythmisierende Form im nächsten Schuljahr in der ersten Klasse einzuführen", erklärt Mottl. Durchschnittlich eine Stunde pro Schultag bleibt den Kindern zum Spielen im Hof oder in der Klasse. Einen speziellen Ruhe- oder Spielraum gibt es jedoch nicht. "Alles spielt sich in den Klassenräumen ab", beklagen Kürrwitz und Mottl die Raumsituation, die im Widerspruch zu dem Allgemeinkonzept der GTS steht. Es gibt keinen eigenen Werkraum, einige Sport-AGs müssen wegen Platzmangels bei schlechtem Wetter ausfallen. Zwei Stunden pro Woche kann die Schule die Arena nutzen - "nach langem Kampf". Hausaufgaben, die in der Ambrosius-Grundschule "Förder- und Arbeitszeit" heißen, werden in den beiden ersten Klassen von Lehrern betreut, in den dritten und vierten Klassen zu 80 Prozent von Lehrkräften. Das Mittagessen bekommen die Kinder im benachbarten Bürgerhaus; 20 Kinder essen zu Hause. Insgesamt besuchen die Schule 167 Kinder, etwa die Hälfte von ihnen den ganzen Tag lang. Der Schwerpunkt "Fördern" wird erzielt, in dem das Lehrpersonal mehr Zeit für die Kinder hat. Unterstützt wird das Konzept mit einem Angebot von Arbeitsgemeinschaften wie Sport, Computer, Theater, Kochen sowie einer großen Bibliothek. "Um sie einzurichten, hat die Klasse 4a freiwillig ihren Klassenraum geräumt und ist in einen kleineren Raum ins Bürgerhaus umgezogen", sagt Mottl. "Die Atmosphäre hier ist gut, die Kinder kommen in der Regel gerne in die Schule", fügt Kürrwitz hinzu.