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Internationaler Workshop: Jugendliche mit und ohne Fluchtgeschichte präsentieren gemeinsames Rezeptbuch

Internationaler Workshop: Jugendliche mit und ohne Fluchtgeschichte präsentieren gemeinsames Rezeptbuch

Kochen verbindet, finden die Mitglieder des Trierer Jugendparlaments. Zusammen mit geflüchteten Jugendlichen haben sie Gerichte aus aller Welt ausprobiert. Ihre Lieblingsrezepte präsentieren sie nun in einem Kochbuch.

Trier. Tabouleh, Indisches Curry, Arabischer Salat, Ofenkartoffeln, Börek und einige andere Gerichte aus aller Welt haben deutsche und geflüchtete Jugendliche in einem kleinen Kochbuch mit dem Titel "Eat" zusammengestellt. Mit Hilfe von Koch Tobias Emig schnitten, kneteten, rührten und frittierten die Jugendlichen gemeinsam an drei Samstagen im Exhaus Trier, um die internationalen Gerichte auszuprobieren. Alle Jugendlichen haben fleißig mitgearbeitet. Sprachgrenzen spielten dabei keine Rolle. Das gemeinsame Arbeiten und Kochen hat die jungen Leute hingegen zusammengeschweißt.Brücke zwischen den Kulturen


"Wir wollten ein Projekt machen, das verbindet und bei dem man sich besser kennenlernen kann", sagt Ioana Nescovici, Mitglied im Trierer Jugendparlament, bei der Präsentation des Kochbuchs. Kochen sei deshalb gut geeignet, weil es nicht wichtig sei, die gleiche Sprache perfekt zu beherrschen. Vielmehr stehe die Aktivität im Vordergrund. Das Kochen habe eine Brücke zwischen den Gruppen gebaut. "Wir haben extra vegetarische Gerichte ausgewählt, die halal und koscher sind und die deshalb jeder essen kann", erklärt Nescovici. Halal bedeutet, nach den Speisevorschriften des Islam erlaubt. Koscher ist der entsprechende jüdische Begriff.

Zum Abschlussessen waren auch Freunde und Familienmitglieder der Teilnehmer eingeladen und konnten sich vom Erfolg des Projekts überzeugen. "Es hat allen gut gefallen, andere Kulturen kennenzulernen und die exotischen Gerichte zu probieren", sagt Paula Erzig, Mitglied im Jugendparlament.
Neben den Gerichten enthält das Kochbuch Informationen zu den jeweiligen Ländern, regionalen Gewürzen und typischen Essgewohnheiten.

Michael Dahmen, Stadtjugendpfleger in Trier, lobt das umfassende Engagement der Trierer. "Nicht nur bei der Jugendarbeit ist eine interkulturelle Offenheit zu spüren. Ich freue mich, dass es allgemein in Trier eine große Bereitschaft gibt, das Projekt zu unterstützen", sagt er. "Das zeigt, dass wir an einer neuen, offenen und freien Gesellschaft bauen."
Bürgermeisterin Angelika Birk ergänzt: "Das Kochbuch ist nur ein Beispiel für gelebte Willkommenskultur." Sie erlebe, dass die neue Situation mit den Flüchtlingen in Trier unglaublich viel Kreativität freisetze und das Netzwerk der Institutionen dichter zusammenwachse.

Das Kochbuch "Eat - Gemeinsames Kochen um die Welt" ist ein Kooperationsprojekt des Trierer Jugendparlaments, des Exzellenzhauses und der Volkshochschule Trier.
Beim Kochen und der Gestaltung des Buchs waren Jugendliche aus Deutschland, Afghanistan, Armenien, Marokko, Syrien, Ukraine und Aserbaidschan beteiligt.
Das Kochbuch gibt es in Trier in den Buchhandlungen Gegenlicht, Stephanus und Mayer'sche, im Weltladen sowie bei den Projektpartnern von der Volkshochschule, im Trierer Exhaus und im Jugendparlament. Die Schutzgebühr von 1,50 Euro kommt einem sozialen Zweck zugute. ana