Investoren gesucht

TRIER. (gsb) Das beliebte Ausflugslokal "Römersprudel" in Trier-Feyen ist wirtschaftlich ins Trudeln geraten. Pächterin Dagmar Eberhard hat die vorläufige Insolvenz beantragt und sucht Nachmieter, die das Geschäft übernehmen.

Seit sieben Jahren führt Dagmar Eberhard die Gaststätte Römersprudel. Sie hat den Gastronomiebetrieb von einer dreiköpfigen Eigentümergemeinschaft gepachtet. Diese Gemeinschaft hat vor fünf Jahren die Immobilie, zu der außer dem Lokal noch Wohnungen gehören, aus dem Insolvenzverfahren der Arbeiterwohlfahrt gekauft. "Als Rentenabsicherung", sagt Michael Rath, einer der drei Verpächter. Der Feyener spricht von einem bis vor kurzem "sehr guten Verhältnis" mit der Pächterin - "bis die Mieten mit der Begründung, das Geschäft laufe schlecht, nicht mehr kamen". Seinen Angaben zufolge soll die Gastronomin wegen erheblicher Mietrückstände in der Kreide stehen. Was vom vorläufigen Insolvenzverwalter Oliver Brand nur indirekt bestätigt wird. "Ich schließe Zahlungsrückstände nicht aus", meint Brand, der zusammen mit einem Steuerberater die Unterlagen noch prüft, und stellt vorsichtshalber klar: "Rückstände vor Anmeldung der Insolvenz berechtigen nicht zur fristlosen Kündigung." Anfangs sei das Geschäft gut gelaufen, meint Miteigentümer Rath. Das Lokal sei mit einem zusätzlichen Biergarten und entsprechender Bestuhlung erweitert worden. Doch Pächterin Eberhard habe die Gaststätte "falsch betrieben und zu spät geöffnet", glaubt Rath, der gleichwohl von einer generell schwierigen wirtschaftlichen Situation in der Gastronomie spricht. Insolvenzverwalter Brand teilt mit, Dagmar Eberhard suche seit längerem aus persönlichen Gründen einen Mit- oder Nachpächter. Vorschläge zur Person eines Nachfolgers seien bislang vom Verpächter nicht akzeptiert worden. Eine Bemerkung, die Rath so nicht stehen lassen will: "20 Mal haben wir uns seit dem Frühjahr zusammen gesetzt und nach Lösungen gesucht", sagt er. Einen Catering Service, den Eberhard als Nachpächter vorgeschlagen habe, habe die Eigentümergemeinschaft als ungeeignet abgelehnt. "Außerdem haben wir ja selbst einen Nachpächter", sagt Rath, ohne einen Namen zu nennen. Der Grund für die missliche Situation sei jedenfalls nicht bei der Eigentümergemeinschaft zu suchen. Die Ausflugsgaststätte wird derzeit mit dem Ziel der Sanierung weitergeführt. Die Pächterin selbst wollte sich nicht äußern und verwies auf den Insolvenzverwalter. Brand: "Es müssen Verhandlungen mit den Verpächtern geführt werden, um deren Einverständnis für mögliche Nachfolger zu finden. Gleichzeitig suchen wir nach Investoren, um das Lokal zu halten." Es bestünde eine Situation, die alle Beteiligten zum konstruktiven Handeln zwinge. Immerhin gehe es um Arbeitsplätze - acht geringfügig Beschäftigte und eine Festangestellte. "Von uns aus kann die Pächterin weitermachen", meint Rath. Der Pachtvertrag läuft noch bis zum Jahr 2007. "Sie muss nur ihre Mieten zahlen."