"Irrtum" ermöglicht Wiederaufbau von Clubheim

"Irrtum" ermöglicht Wiederaufbau von Clubheim

Das durch einen Brand zerstörte Clubhaus des Sportvereins Udelfangen kann wieder aufgebaut werden. Die Versicherung zahlt, obwohl das Objekt an sich nicht versichert war. Weder Verein noch Gemeinde wähnten sich als Eigentümer des Vereinsheims.

Trierweiler-Udelfangen. (alf) Die Fakten sind schnell erzählt: In der Nacht zum 2. Mai 2010 zerstörte ein Brand das erst im Sommer 2009 eingeweihte Clubhaus des Sportvereins (SV) Udelfangen. Mit großer Wahrscheinlichkeit war ein technischer Defekt im Kühlschrank die Ursache. In diesem Jahr soll das Clubheim nun mit dem Geld, das die Versicherung gezahlt hat, wieder aufgebaut werden. Halb so schlimm, ist ja nochmal gut gegangen - könnte man meinen. Doch hinter den Kulissen hat der Vorfall für einige Irritationen zwischen Verein und Gemeinde gesorgt.

Es geht um die Aufarbeitung der Frage, wer Eigentümer des Vereinsheims war und es damit hätte versichern müssen. Der Verein ging davon aus, dass die Gemeinde als Eigentümerin des Grundstücks diese Aufgabe hatte. Und für die Gemeinde, die dem SV zum Zweck des Clubhausbaus eine 100 Quadratmeter große Fläche kostenlos für 25 Jahre verpachtet hatte, besteht kein Zweifel, dass der Sportverein in der Verantwortung steht. "Die Gemeinde war weder an der Planung, noch an dem Bau beteiligt", stellte Ortsbürgermeister Matthias Daleiden Ende Dezember vor dem Gemeinderat klar.

Dass letztlich trotz dieser "Rechtslücke" eine Versicherungssumme von rund 110 000 Euro an die Gemeinde geflossen ist, liegt an einer nachträglichen "Heilung" des Pachtvertrags. Auf diesen Kniff machte der Verein die Gemeinde aufmerksam: Weil im Vertrag keine Rückbauverpflichtung (Abriss) für das Vereinshaus nach Ablauf der Pacht eingetragen war, ist das Gebäude als wesentlicher Bestandteil des Grundstücks anzusehen und befindet sich demnach im Eigentum der Gemeinde.

Daleiden: Undank ist der Welten Lohn



Damit das Objekt unter die "Sammelversicherung" der Gemeinde für öffentliche Gebäude fallen konnte, musste Daleiden aber noch einen "Irrtum" hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse zugeben und das Gebäude versicherungsrechtlich nachmelden. Für dieses Eingeständnis eines Versäumnisses, das seiner Ansicht nach keines war, hat Daleiden offenbar größeren Dank erwartet, denn im Gemeinderat sagte er: "Wer nun erwartet hätte, dass sich die Vertreter des Vereins bei dem Ortsbürgermeister und der Verwaltung (Trier-Land) für ihren Einsatz und das Erreichte bedanken würden, den muss ich leider enttäuschen. Aber bekanntlich ist ja Undank der Welten Lohn."

Der Vorstand des SV Udelfangen fühlt sich zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt und fordert vom Ortsbürgermeister eine Klarstellung, ebenfalls in öffentlicher Sitzung: "Der SV hat sich bei allen Beteiligten für die Unterstützung bedankt, wir haben uns korrekt verhalten", sagt Vorsitzender Norbert Schuster.

Der Gemeinderat erwartet nun, dass der SV das Clubhaus für rund 80 000 Euro wieder aufbaut. Abrisskosten von knapp 10 000 Euro wurden bereits ausgegeben, weitere 3000 Euro fließen für die Sanierung der als Folge des Brandes lädierten Außenanlage, 6000 Euro gibt es extra für Planungs- und Baunebenkosten.

10 000 Euro aus der Versicherungssumme, das entspricht dem Gemeindezuschuss für den Bau des abgebrannten Clubhauses, behält die Gemeinde laut Daleiden in der Hinterhand, "falls es teurer wird". Das wurmt den SV, der viel an Eigenleistung eingebracht hat. Schuster: "Das kann ich nicht nachvollziehen, schließlich sind die 10 000 Euro doch mitverbrannt."