Irscher wittern Schildbürgerstreich: Einwohner fordern Ausweitung der Geschwindigkeitsbegrenzung

Irscher wittern Schildbürgerstreich: Einwohner fordern Ausweitung der Geschwindigkeitsbegrenzung

Die neue Tempo-30-Regelung in Irsch ärgert Bürger und Ortsvorsteher: Die Geschwindigkeitsbegrenzung mache nur Sinn, wenn sie ausgeweitet werde, argumentieren die Kritiker. Heute Abend nimmt sich der Ortsbeirat des Themas an.

Trier-Irsch. Für die 30-Kilometer-Schilder sei nicht er zuständig, sondern die Stadt: Diese Auskunft hat Karl-Heinz Klupsch (CDU), Ortsvorsteher von Trier-Irsch, in den letzten Tagen oft gegeben. Was zahlreiche Bürger bewegt habe, ihn anzusprechen, sei die neue Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 in Irscher Straße und Hockweilerstraße (Kreisstraße 10), sagt Klupsch. Grundsätzlich begrüße er das Tempolimit, erklärt der Ortsvorsteher, sie gehe auf einen von ihm im Auftrag des Ortsbeirates gestellten Antrag vom 11. Dezember 2015 zurück. Doch die Umsetzung sei nicht durchdacht.Zunächst Tempo 50 erlaubt


Von Hockweiler kommend, darf am Ortseingang zunächst 50 Kilometer schnell gefahren werden, erst bei Hausnummer 33 beginnt die Tempo-30-Strecke, die am Ortsausgang Richtung Trier an der Einmündung Irscher Straße/Georgstraße endet. Für die Gegenrichtung gelten dieselben Beschränkungen. Das Ergebnis: Von Hockweiler kommend sind etwa 300 Meter von Tempo 30 ausgenommen, etwas weniger sind es aus Fahrtrichtung Trier.

Vor allem die lange Gerade aus beziehungsweise in Richtung Hockweiler lade zum Schnellfahren ein, sagt Klupsch, dort hätten sich schon Unfälle ereignet. Dort parkende Autos seien kein Hindernis für Raser, im Gegenteil: Viele beschleunigten, um schnell noch an den parkenden Fahrzeugen vorbeizufahren und nicht für den Gegenverkehr stoppen zu müssen.

Die Begrenzung auf Tempo 30 mache nur Sinn, wenn sie auch für die ausgesparten Bereiche gelte, ist Klupsch überzeugt. Zahlreiche Bürger hätten ihn angesprochen oder angerufen und nach dem Sinn der derzeitigen Regelung gefragt. Hinzu komme, dass in allen einmündenden Seitenstraßen Tempo 30 gelte, in einem Fall sei sogar ein verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, in dem Schrittgeschwindigkeit gefahren werden müsse. "Es ist sogar der Begriff Schildbürgerstreich gefallen", sagt Klupsch.

Bevor die Schilder aufgestellt worden seien, habe ihm das Rathaus mitgeteilt, dass Irscher und Hockweilerstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung "nur unter besonderen Gefährdungsaspekten erlauben" würden. Die Polizei habe ein "unauffällig bewertetes Unfallgeschehen, insbesondere im Hinblick auf die Unfallursache Geschwindigkeit" attestiert, so dass die Notwendigkeit für eine durchgängige Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Kilometer teilweise nicht gesehen werde.

Laut Verwaltung haben Straßenverkehrs- und Tiefbauamt bei zwei Ortsterminen Fahrversuche unternommen mit dem Ergebnis, dass nur zwischen Hausnummer 33 und Einmündung Hockweilerstraße/Georgstraße die "innerörtliche Regelgeschwindigkeit von 50 Kilometer als zu hoch erscheint".

Diese Einschätzung teilt Karl-Heinz Klupsch nicht, so wie viele andere Menschen in Irsch. Deshalb hat er das Thema auf die Tagesordnung der öffentlichen Ortsbeiratssitzung am heutigen Montag um 19.30 Uhr im Proberaum des Musikvereins gesetzt. Gäste sind willkommen.

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