Islam zwischen Mythos und Realpolitik

Islam zwischen Mythos und Realpolitik

In der Reihe "Islam: nur Religion oder Weltanschauung?" von der Aktion Dritte Welt Saar und dem Jugendzentrum Exzellenzhaus Trier haben drei Referenten über die Religion und die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen gesprochen.

Trier. Die Landeszentrale für politische Bildung und der Flüchtlingsfonds der Europäischen Union förderten eine Vortragsreihe zum Thema Islam in Trier. Religionswissenschaftler Karl-Heinz Ohlig, emeritierter Professor der Universität des Saarlands, wies in seinem Beitrag "Islam - Mythos und Geschichte" darauf hin, dass es keine zeitgenössischen schriftlichen Quellen zum Leben des islamischen Propheten Mohammed gebe.
Die zum Teil 200 und mehr Jahre nach seinem angeblichen Wirken (als Todesjahr wird 632 angegeben) entstandenen Aufzeichnungen seien nicht als historische Berichte, sondern als Mythen anzusehen. Mohammed habe nie gelebt. Der Islam sei ursprünglich eine Strömung des syrischen Christentums gewesen. Das belegten archäologische Funde wie Münzen und Inschriften.
Der Kölner Publizist Alex Feuerherdt beleuchtete unter dem Titel "Free Iran!" die Struktur des iranischen Herrschaftssystems. Die sogenannte Islamische Republik sei durch ein Geflecht aus religiösen und weltlichen Institutionen gekennzeichnet, das Demokratie nur simuliere. Oberste Instanz sei der religiöse Führer, der sich als Vollstrecker des "göttlichen Willens" verstehe. Auch die bei der Präsidentschaftswahl unterlegenen, als Reformer geltenden Mussavi und Karrubi, seien Repräsentanten des Systems, die an dessen Verbrechen beteiligt gewesen seien und es nicht grundsätzlich in Frage stellten. Sie träten bloß weniger polternd als Präsident Mahmud Ahmadinejad auf. Dennoch hätten sie als Symbolfiguren eine revolutionäre Dynamik ausgelöst, welche die Schranken des Regimes durchbrechen könne.
In seinem Referat "Die rechte Hassliebe zum Islam" widersprach Klaus Blees vom Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion Dritte Welt Saar, der Auffassung, Rechtsextremisten seien islamfeindlich. Er stellte an Beispielen die Sympathien dar, die Teile der Neonaziszene dem Islam entgegenbrächten, dessen Moralvorstellungen und hierarchisches Weltbild sie ebenso teilten wie den Hass auf Israel und die USA. Dies gehe so weit, dass einige Rechtsextremisten sogar zum Islam konvertierten. Wo Nazis oder Rechtspopulisten gegen Moslems hetzten, diene Islamkritik nur als Vorwand für Fremdenfeindlichkeit.
Antimuslimische Vertreter der Rechten erklärten dabei sogar oft ausdrücklich, der Islam habe in seinen sogenannten angestammten Ländern seine Existenzberechtigung. red/cus

Kontakt: Aktion Dritte Welt Saar, Telefon 06872/9930-56, E-Mail 58mail@a3wsaar.de, www.a3wsaar.de

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