Israel – ganz nah

TRIER. Zum zweiten Mal bietet die Deutsch Israelische Gesellschaft Trier die "Israelischen Kulturtage". Mit Vorträgen, Filmen, Stadtrundgängen und Konzerten präsentiert sich die israelische Kultur in Trier.

Als 2004 Oberbürgermeister Helmut Schröer Schirmherr der ersten Israelischen Kulturtage war, wünschte er sich, dass die Kulturtage keine "Eintagsfliege" blieben, sondern regelmäßig stattfänden. Wenn die Jüdische Gemeinde in Trier über 400 Mitglieder zähle, dann sei dies ein erfreulicher Umstand. In diesem Jahr kann sich Schröer noch mehr freuen, denn die jüdische Gemeinde zählt rund 500 Mitglieder. Eine "Eintagsfliege"sind die Kulturtage auch nicht geworden, denn die jüdische Gemeinde will sich nun zum zweiten Mal vorstellen. Dazu gibt es ein breit gefächertes Programm, das vom Kurzfilm über Ausstellungen bis zum Jazzkonzert einen Einblick in die israelische Kultur bietet.Szenen aus dem Alltag

Auftakt der Kulturtage ist am 6. November mit der Eröffnung einer Ausstellung im Trierer Rathaus. Dort werden großformatige Fotos mit Szenen aus dem Alltagsleben der israelischen Metropole gezeigt. Empfang ist im Sitzungssaal des Rathauses um 19 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 20. November geöffnet. Am 7. November referiert Frank Bajohr im Studienzentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung über Alttagsantisemitismus in Bade- und Kurorten im 19. und 20. Jahrhundert. Beginn ist um 20 Uhr. Ein weiterer Vortrag folgt am 9. November mit Professor Israel Yuval (Hebräische Universität Jerusalem), der zum Thema "Mose Ben Maimon als Helfer des Messias?" an der Universität Trier, Hörsaal 2, 18 Uhr spricht. Nach soviel Wissenschaft geht es am 10. November weiter mit einem satirischen Film von Ephraim Kishon im Vortragssaal der Volkshochschule Trier. Dort wird "Sallah Shabati - Tausche Tochter gegen Wohnung" um 20 Uhr gezeigt. Ein Klassiker ist der "Stadtrundgang durch das jüdische Trier", den Rainer Barzen am 12. und 19. November bietet. Treffpunkt ist die Volkshochschule am Domfreihof. Die Rundgänge beginnen jeweils um 13 Uhr und bieten einen Einblick in das jüdische Leben. Sie führen unter anderem zur Judengasse am Hauptmarkt, zur Basilika, zum Viehmarkt, zum alten jüdischen Friedhof in der Weidegasse in Trier Süd, der extra für diesen Anlass geöffnet wird, und schließlich in die Synagoge der heutigen jüdischen Gemeinde. Die Stadtführung führt zu Orten, die normalerweise nicht zugängig sind, daher gibt es auch für Trierer Neues zu entdecken. Spitzen-Jazz bietet ein Konzert am 12. November mit der israelischen Sängerin Efrat Alony. Das Konzert beginnt um 20 Uhr im großen Saal der Tufa. Efrat Alony spielt einen modernen Jazz, der Anleihen beim Rock wie bei elektronischer Musik macht - mit Breakbeats und ihrer kraftvollen, melancholischen Altstimme. Ein weiterer Vortrag folgt am 13. November im Gemeindesaal der Synagoge, 20 Uhr. Dort referiert Susanne Urban zum Thema "Es gibt eine Hoffnung für deine Kinder" - Die organisierte Flucht jüdischer Kinder vor den Nazis ins vorstaatliche Israel. Tzachi Ganor spricht dort am 16. November, 20 Uhr, zum Thema "Macht die Wüste zu einem blühenden Garten - Die Bedeutung des Jüdischen Nationalfonds in Israel".Agentenfilm mit Auftragskiller

Den Vorträgen folgen zwei israelische Kinofilme. Am 17. November wird der Film "Broken Wings" um 20 Uhr im Vortragssaal der Volkshochschule gezeigt. Am 18. November folgt "Walk on Water" - zur selben Zeit, am selben Ort. "Broken Wings" handelt von einer Familie in Israel, bei der sich das Leben rasant ändert, als der Vater stirbt. Nach dem Familiendrama folgt ein Agentenfilm: In "Walk on Water" geht es um den Auftragskiller Eyal. Um den untergetauchten ehemaligen Nazi-Offizier Alfred Himmelman aufzuspüren, wird er auf dessen Enkel Axel angesetzt, der seine Schwester Pia in Israel besucht. Mit der jüdischen Folklore-Musikrichtung "Klezmer" geht das Programm weiter. Am 19. November spielen Irith Gabriely (Klarinette) und Hans-Joachim Dumeyer (Orgel) in der Herz-Jesu-Kirche in der Friedrich-Wilhelmstraße. Beginn ist um 20 Uhr. Der Architekt Alois Peitz schließt die Kulturtage ab mit einem Vortrag über "Preußen in Israel. Zeugnisse deutscher Baukunst in Jerusalem" in der Volkshochschule am 20. November, 19.30 Uhr. Peitz wird über seine wissenschaftlichen Exkursionen nach Israel auf den Spuren deutscher Architekten berichten.