Ihre Meinung: Ist das Mobilitätskonzept tot?

Ihre Meinung : Ist das Mobilitätskonzept tot?

Verkehr

Zum Bericht „64 000 Autos und die Frage nach Rezepten gegen den Kollaps“ (TV vom 15. November):

2013 verabschiedete der Trierer Stadtrat das Mobilitätskonzept mit dem Ziel, den Anteil des öffentlichen Verkehrs zu erhöhen und den Anteil des PKW-Verkehrs zu verringern. Wie die Zahlen des Verkehrsdezernenten belegen, hat man die Ziele seither kolossal verfehlt. Die Zahl der Autos sowie die der Autofahrten ist weiter angestiegen. Die Zahl der Fahrgäste im Stadtbus ist in den letzten sechs Jahren um elf Prozent eingebrochen.

Ist das Mobilitätskonzept bereits tot? Dass nun einige Lokalpolitiker versuchen, die Schuld dafür beim Bund und beim Land abzuladen, ist eine Flucht vor der eigenen Verantwortung. Von den Maßnahmen zur Erreichung der Ziele wurden wenige bis gar keine umgesetzt.

Während die Buspreise weiter anstiegen, werden die Busse durch den zunehmenden PKW-Verkehr immer weiter ausgebremst, so dass sie häufig schon zum Stillstand gezwungen wurden.

Hier liegt die Verantwortung der Stadtverwaltung und der Lokalpolitik, für einen zuverlässigeren, pünktlicheren und schnelleren Stadtbusverkehr zu sorgen. Dieses Ziel ist nur zu erreichen, indem die Busse, insbesondere auf ihren Haupttrassen, bedingungslos bevorrechtigt werden. Wer die Stadtbusse zur Hauptverkehrszeit im PKW-Stau stehen lässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn sie immer weniger genutzt werden, und trägt mittelfristig zum schleichenden Tod des öffentlichen Verkehrs in Trier bei.

Die Stadt hat in Bezug auf die Preise nur wenig Spielraum. Eine Maßnahme, die diesbezüglich sofort ergriffen werden könnte, ist die Ausweitung der Jobtickets in der Stadtverwaltung und anderen öffentlichen Stellen, da Jobtickets seit diesem Jahr steuerlich stärker gefördert werden. Zudem wäre es wichtig, die Trierer Unternehmen verstärkt in die Pflicht zu nehmen, da sie ein besonders großes Interesse an einem reibungslos ablaufenden Verkehr in Trier haben. Jeder Mitarbeiter, der nicht mit dem eigenen Auto zur Arbeit kommt, lässt einen Parkplatz für Kunden frei. Um dies zu ermöglichen, muss die Stadtverwaltung darauf hinwirken, dass im VRT auch kleinere Unternehmen die Möglichkeit erhalten, ihre Mitarbeiter mit Jobtickets zu unterstützen.

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