Ist jetzt Schluss mit lustig?

Ist jetzt Schluss mit lustig?

Das jahrelange Hick-Hack um die Zukunft des Ehranger Marktes zeigt jetzt Konsequenzen. Der Vorsitzende der Gemeinschaft Ehranger Ortsvereine (GEOV) e.V., Horst Lorig, der das Fest organisiert, will im Frühjahr das Handtuch schmeißen und zurücktreten. Die Organisation soll nach seinen Vorstellungen künftig von einem Festausschuss übernommen werden.

Trier-Ehrang. Die Rahmenbedingungen waren in diesem Jahr für den Ehranger Markt ideal. Allerdings gab es bei dem viertägigen Traditionsfest weniger Stände als früher. Hinter den Kulissen jedoch grummelt es bereits seit Jahren (der TV berichtete), nur noch eine Handvoll Vereine beteiligt sich am Markt. Mit dem Vorsitzenden der GEOV, der mehr als 30 Ehranger Vereine angehören, sprach TV-Mitarbeiterin Gabriela Böhm.

Tolles Wetter, viele Besucher. Dennoch beklagen sich Schausteller und Vereine über zu wenig Einnahmen. Was sagen Sie?

Horst Lorig: "Da habe ich Anderes gehört. Beispielsweise der Schützenverein hat sich lobend geäußert. In diesem Jahr ist es gut gelaufen, weil das Wetter mitgespielt hat. Ich habe noch nie erlebt, dass sich Schausteller nicht beklagt hätten. Jammern ist üblich."

Welchen Anreiz könnte man Vereinen geben, sich wieder zu beteiligen?

Lorig: "Der Marktplatz sollte nur mit Fahrgeschäften und zwei weiteren Attraktionen bestückt werden. Die Vereine kämen ausschließlich in die Kyllstraße, siehe Thema ‚Platzhirsche'. Grundsätzlich wäre eine Verlagerung des Marktes auf die dem Zweckverband gehörende Freifläche am Ende der Dammstraße denkbar."

Wie sieht der Ehranger Markt im nächsten Jahr aus?

Lorig: "Die GEOV hat nur ein Ziel, nämlich den Ehranger Markt auszurichten. Ansonsten passiert das ganze Jahr über nichts. Daher ist es effektiver, wenn ich als Vorsitzender im Frühjahr bei der nächsten Hauptversammlung die GEOV auflöse, zurücktrete und sich ein Festausschuss bilden würde, der sich nur um die Gestaltung des Marktes kümmert. Er soll aus den Vereinen bestehen, die sich am Ehranger Markt auch beteiligen. Ein Festausschuss wäre ein radikaler Schnitt."

Haben Sie die Nase voll?

Lorig: "Nein, aber um den Markt auszurichten, braucht man keine GEOV. Und die Vereine, die sich beteiligen, könnten sich früh einigen, welche Musik, Fahrgeschäfte und Bühne sie für den Markt möchten."

Stichwort Bühne, für die seinerzeit der Ortsbeirat nach Angaben des Ortsvorstehers einen Zuschuss von rund 10 000 Euro gegeben hat: Wo ist sie abgeblieben?

Lorig: "Sie wird verkauft. Sie ist wegen ihrer Größe und komplizierten Installationstechnik ungeeignet für den Markt. Wir waren damals schlecht beraten. An ihre Stelle soll ein Musikpavillon kommen."