Ja, ja, die Eintracht

TRIER-NORD. Das TV -Ortsgespräch in Trier-Nord fand erwartungsgemäß geringeren Zuspruch als ähnliche Veranstaltungen in Stadtteilen mit noch geschlossenem, dorfähnlichen Charakter. Dennoch ergab sich in der Gaststätte Postillion eine lebhafte Aussprache, die von TV -Redakteur Dieter Lintz moderiert wurde.

Die Gesprächsrunde begann mit erbosten Beiträgen zum Thema"Eintrachtspiele und betroffene Anlieger". Natürlich habe mannichts gegen die Eintracht, sondern freue sich auch über derenAufstieg, betonten alle. Doch seit der Verein in er 2.Bundesligakicke, seien die rigorosen Absperrungen und Verkehrsumleitungenvor und während der Heimspiele für die Anwohner unzumutbargeworden. Die Rede war von Polizisten an den Absperrpunkten, diekeine Unterschiede zwischen Schlachtenbummlern und Anwohnernmachten. Geschildert wurden Erlebnisse mit Beamten, die oft ineinem "äußerst ruppigen Ton" den Anwohnern die Zufahrt zureigenen Straße und zum eigenen Haus verweigerten. Abhilfe schaffen könnte der schon lange vom Ortsbeirat beantragte Frontscheiben-Ausweis für Anwohner - doch getan hat sich bisher offenbar noch nichts. Ortsvorsteherin Gabriele Luz-y-Pérez berichtete in dem Zusammenhang von einem Notfall. Selbst dabei hätten sich die Absperrkräfte jüngst "äußerst rigoros" verhalten. Sie kündigte an, dass sie sich deshalb nun an den Polizeipräsidenten wenden werde.

Während das Thema "Eintracht-Spiele und Verkehrsregelung" erst jüngeren Datums ist, liegen die Pläne für den "Wasserweg-Durchstich" schon seit rund 30 Jahren in der Schublade.

Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass diese Verbindung zwischen der Einmündung Wasserweg/Herzogenbuscher Straße und der Zurmaiener Straße einen großen Teil der Verkehrsprobleme in der Nordstadt beheben könnte. Als noch bedeutsamer eingestuft wurde die ebenfalls geplante Ost-Tangente. Sie scheiterte bisher am ehemaligen Moselbahngelände zwischen Metternich und Kürenzer Straße sowie am fehlenden Autobahnanschluss an der Loebstraße.

Geklagt wurde aus der Runde auch über die Parksituation in Trier-Nord. Besonders das Maarviertel einschließlich Kloschinsky-Platz würden täglich von Berufspendlern zum kostenlosen Dauerparken missbraucht - ohne Rücksicht auf die Anwohner. Die Situation schreie dort nach der Einrichtung einer umfassenden Anwohnerparkzone.

Sozialer Brennpunkt etwas entschärft

Wäre dies tatsächlich die Lösung aller Probleme? Die Bachstraße jedenfalls gilt schon als Einwohnerparkzone - aber wirklich froh sind die Bewohner dort auch nicht. Eine Anliegerin: "Wir müssen für unsere Anwohner-Parkberechtigung zwar zahlen, weil aber keiner kontrolliert, werden unsere Plätze trotzdem weiter mit Pendler-Autos zugestellt."

Verärgerung über "Anwohnerbeiträge für Ausbauten, die den Anliegern nur Nachteile bringen", herrscht in der Herzogenbuscher Straße. Befürchtet wird, dass die Umbauten in Verbindung mit der Großraumhalle für die Bewohner zu noch höherer Verkehrsbelastung und noch weniger Parkraum führen werden.

Weiterhin ein Thema in Trier-Nord ist der als "sozialer Brennpunkt" bekannte Bereich Thyrsusstraße/Beutelweg/Ambrosiusstraße. Allerdings, so hieß es, hätten die Probleme dort längst nicht mehr die Dimension von einst. Durch die verschiedenen Sozialprojekte sei es dort in den vergangenen Jahren zu einer spürbaren Entspannung gekommen.

Doch weiterhin stünden dort an Sonn- und Feiertagen mit Schrott beladene LKW vor Wohnzimmerfenstern, werde auf offener Straße Alkohol konsumiert und anschließend "herumgemüllt". In der Regel seien es meist aber nur einzelne, die unangenehm auffallen und dann wieder eine ganze Straße in Verruf bringen würden.

Besonderen Wert legten die Gesprächsteilnehmer auf den Hinweis, dass nicht ganz Trier-Nord und auch nicht die gesamte Thyrsusstraße soziale Brennpunkte seien. Leider habe sich dieses schiefe Bild dauerhaft in den Köpfen vieler Trierer festgesetzt.

Kritik am TV kam - trotz ausdrücklicher Nachfrage von Moderator Dieter Lintz - eher wenig. Eine Besucherin hatte sich über den ihrer Meinung nach zu großen Umfang der Karnevalsberichterstattung geärgert. Mehrfaches Lob gab es für die pünktliche und zuverlässige Zustellung der Zeitungen in Trier-Nord.