JAGD
Zur Berichterstattung über Wildschäden in Weinbergen:
Meinung
Jagdprüfung selbst ablegen
Welche Alternative besteht zur Bejagung, mit allen bekannten Schwierigkeiten, die wir Jäger über Jahre hinnehmen müssen? Nach meiner Auffassung keine. Druck auf die Jäger auszuüben, die eigentlich jagen, um einer Passion nachzugehen und Freude am Weidwerk haben wollen, ist kontraproduktiv und führt langfristig dazu, dass die Jäger ihr Interesse an der Jagd verlieren. Es gibt landesweit immer mehr Reviere, die nicht mehr verpachtet werden können, insbesondere dort, wo sich Biogasanlagen befinden oder wo der Druck auf die Jäger aufgrund der Vorschriften so groß geworden ist, dass sie den Spaß an ihrem Hobby verloren haben. Auch unsere niederländischen Jagdfreunde sind nicht mehr bereit, jedes Revier zu pachten, weil sie die Problematik mittlerweile erkannt haben. Wird ein Revier nicht mehr verpachtet, so muss die Jagdgenossenschaft für Wildschäden aufkommen. Sollte der Wildschaden in Sonderkulturen in Pachtverträge aufgenommen werden, diese Reviere jedoch nicht mehr verpachtet werden, so muss der Winzer X für den Schaden des Winzers Y entsprechend seiner Flächengröße mit aufkommen. Diese gesetzliche Regelung ist vielen offensichtlich gar nicht bekannt. Jeder Jagdgenosse wird dann entsprechend der Größe seiner Fläche für die Begleichung der Schadenssumme aufkommen müssen. Dem Winzer Matthias Kronz, der sich über Jäger beschwert, mache ich den Vorschlag, selbst die Jägerprüfung abzulegen. Dies ist heute nur mit einem relativ kurzen Zeitaufwand verbunden und nicht mehr so, wie bei uns, erst nach einem praktischen Jahr, sondern in Kursen von zwei bis vier Wochen zu erreichen. Herr Kronz könnte dann zum Beispiel im Bereich Fell-Fastrau, in dem seine Weinberge liegen, kostenlos jagen und Wildschweine erlegen, wobei ich als Jagdpächter ihm sogar das Wildbret überlasse. So kann er sich so an der Reduzierung der Wildschweinpopulation beteiligen. Dies wäre dann auch ein Beitrag, um ein besseres und verständnisvolleres Miteinander zwischen Winzern und Jägern in die Tat umzusetzen. Karl Weinhold, Neuss