1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Jahresempfang 2020 Studiwerk Trier: Neue Infos zum Projekt Haus am Baum

Studium : Ein uralter Stargast und eine gute Nachricht

Beim Jahresempfang des Studiwerks Trier gab es aber nicht nur frohe Kunde. Die Zahl der Studierenden sinkt, die der Mitarbeiter ebenfalls.

Der „Stargast“ kam mit Bodyguard. Aus gutem Grund: Schließlich hat er schon an die 300 Jahre auf dem (nicht mehr vorhandenen) Buckel und ist ein ziemlicher Sonderling. Bei den rund 80 Gästen des Jahresempfangs des Studiwerks Trier kam er gerade deshalb so gut an. Er, der Kopf eines Putto, Teil einer barocken Knabenfigur, die einst zur Innenausstattung der Kirche des Martinsklosters gehörte. Die Benediktinerabtei am Trierer Moselufer wurde 1804 großteils abgerissen. So verbrachte der 17 Zentimeter hohe Putto-Kopf mehr als zwei Jahrhunderte unter der Erde, ehe ihn ein Archäologenteam im vergangenen Jahr entdeckte und gleich ins Landesmuseum mitnahm. Am Freitag durfte das gute Stück aus Stuck ausnahmsweise das Museum verlassen. In Begleitung von Grabungsteam-Mitglied Michael Frank beehrte das Artefakt den Studiwerk-Empfang in der Hochschul-Mensa Schneidershof.

Vielleicht können beim Jahresempfang 2021 weitere spannende Funde präsentiert werden, denn von August bis Dezember steht Teil zwei der Grabungen auf dem Martinskloster-Areal an. Dort soll der 1970er-Jahre-Komplex des Studi-Wohnheims durch das „Haus am Baum“, einen Neubau in Holzhybrid-Bauweise, ersetzt werden. Aber zuvor sondieren Archäologen das Terrain und hoffen dabei auch auf römerzeitliche Relikte zu stoßen. In acht Wochen startet der Abriss; ab Ende des Jahres soll gebaut werden und zum Sommersemester 2022 sollen die 120 neuen Wohnheimplätze fertig sein. Wer das 13,5 Millionen Euro schwere Projekt realisieren wird, ist derzeit noch offen. Nach der europaweiten Ausschreibung haben es acht potenzielle Generalunternehmer in die engere Auswahl geschafft, darunter laut Studiwerk-Geschäftsführer Andreas Wagner (52) „auch Bewerber aus der Region“.

Die, wie er sagte, „gute Nachricht des Tages“ vermeldete der Verwaltungsrats-Chef, Uni-BWL-Professor Dr. Matthias Wolz (53): „Die Baugenehmigung ist da!“

Doch es gab auch weniger erbauliche Nachrichten. So muss sich das Studiwerk damit auseinandersetzen, dass immer weniger Kunden seine Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Die Zahl der Studierenden an Uni und Hochschule ist von 20 190 im Jahr 2013 auf aktuell etwas mehr als 17 000 gesunken. Bis 2023 könnte es einen Rückgang auf rund 16 600 geben. Reaktion darauf: „Wir passen uns unter Beibehaltung von hoher Qualität und Serviceorientierung den Gegebenheiten an“, erklärte Geschäftsführer Wagner. Was konkret unter anderem auch so aussieht: 2013 beschäftigte das Studiwerk noch rund 170 Mitarbeiter – 20 mehr als heute.

Das Studiwerk erweitert seine Kollektion von Spruchbechern nach römischem Vorbild. Modell Nummer vier ist derzeit in der Mache. Foto: Roland Morgen

Wer neu an eine der beiden Trierer Hochschulen kommt, erhält ein exklusives Willkommensgeschenk. Getreu dem Motto „Alle reden vom Umweltschutz – wir machen weiter damit“ erweitert das Studiwerk seine 2014 gestartete Spruchbecher-Kollektion um ein viertes Modell. Wie gehabt dienen die mit Sprüchen verzierten antiken Becher aus dem römischen Trier als Vorbild. Finanziert werden die Präsente für die Erstsemester über den frisch eingerichteten Becherfonds. Den füllen Nutzer von Pappbechern mit jeweils zehn Cent. Generell lohnt es sich, auf den nachhaltigen Spruchbecher umzusteigen. Er verbilligt das Mensa-Getränk um zehn Cent – ein umweltschonendes Geschäftsmodell, mit dem das Studiwerk Trier bundesweit Furore gemacht hat.