"Jedes Unternehmen muss viel tun"

Trier · Wie geht der Trierer Einzelhandel in die Zukunft? Der TV fragt Karin Kaltenkirchen, die Vorsitzende der City-Initiative Trier, und Hans-Peter Schlechtriemen von der Interessengemeinschaft für den Einzelhandel Trier.

Trier. Zwei Institutionen stehen stellvertretend für viele große und kleine Händler in Trier. Die City-Initiative repräsentiert 174 Mitgliedsbetriebe aus allen Branchen. Die Interessengemeinschaft (IG) für den Trierer Einzelhandel hat sich im April zusammengeschlossen und besteht aus den Leitern der großen Häuser Kaufhof (Fleisch- und Simeonstraße), Sinn Leffers, Karstadt, Media Markt und Saturn. Sinn Leffers ist im August auch wieder der City-Initiative beigetreten.
Hans-Peter Schlechtriemen, Geschäftsführer Kaufhof Simeonstraße, spricht für die IG der großen Häuser. "Die geplante und zum Teil genehmigte Verkaufsflächenexpansion in Luxemburg gefährdet - bei Umsetzung - massiv das Oberzentrum Trier wie auch den Einzelhandel der Stadt Luxemburg." Die "einzigartige Attraktivität der Einkaufsstadt Trier"; geprägt vom hochwertigen Branchenmix müsse erhalten und weiterentwickelt werden. Die IG zählt Mängel und daraus resultierende Potenziale auf: die Schaffung einer professionellen Stadtmarketing und Citymanagement GmbH, die Verbesserung der Erreichbarkeit für Besucher und Kunden, die rechtzeitige Einbindung des Handels bei Großveranstaltungen wie der Heilig-Rock-Wallfahrt, mehr Sauberkeit in der Innenstadt, Maßnahmen des Ordnungsamts gegen organisierte Bettelei und Drückerkolonnen, eine familiengerechte Innenstadt mit Spielplätzen und Animation und eine "optimale Nutzung der Sonderöffnungszeiten". Hier spielt Schlechtriemen auf den Streit um den verkaufsoffenen Sonntag am 1. Advent an, den die City-Initiative erst im zweiten Versuch beschlossen hatte.
Karin Kaltenkirchen, die Geschäftsführerin des Modehauses Marx, spricht für die City-Initiative. "Ich bin wegen der sinkenden Einzelhandelszentralität absolut nicht beunruhigt", sagt sie. "Einerseits ist dieser Wert innerhalb einzelner Branchen wieder sehr unterschiedlich zu sehen, andererseits ist 207 immer noch ein herausragend guter Gesamtwert, der die hohe Qualität des Trierer Angebots betont." Der Trierer Branchenmix stimmt, betont Karin Kaltenkirchen ebenso wie Hans-Peter Schlechtriemen. "Natürlich können wir noch besser werden." Hier sieht die Vorsitzende der City-Initiative konkrete Ansätze. "Jedes einzelne Unternehmen muss viel tun, um die gesamte Attraktivität der Innenstadt zu steigern." Insbesondere in der Mode- und Schuhbranche sei bereits viel geschehen, "hier sind Millionen investiert worden".
Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Händler müsse intensiver werden, wünscht sich die Chefin des Modehauses Marx. "Ich wünsche mir hier mehr gemeinsame Aktionen mit großer Beteiligung." Und auch die Stadtverwaltung müsse ihren Anteil leisten. "Hier geht es insbesondere um die Erreichbarkeit der Stadt Trier und um attraktive Rahmenbedingungen für das Einkaufserlebnis." jp

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