"Jesus" als Passwort für die Welt

"Jesus" als Passwort für die Welt

Wenn 800 Firmlinge aus dem Dekanat Schweich-Welschbillig zum Matthias-Grab in die Trierer Benediktiner-Abtei pilgern, danach sieben Stunden miteinander verbringen und sich der provokanten Frage stellen "Für wen haltet Ihr Gott?", dann kann die Veranstaltung nur eine "Super-Sache" oder ein "Super-Flop" werden. Die Organisatoren konnten am späten Abend aufatmen, die Jugend im Abteihof fand den Tag "richtig gut".

Schweich. Was mancher Katechetin im Voraus Magengrummeln bescherte, erwies sich als unbegründet. Die mehr als 80 Firmlinge aus der Pfarrgemeinde St. Martin bewältigten ihre 20-Kilometer-Wallfahrt von Schweich bis nach St. Matthias ohne großes Murren und Blessuren. Die übrigen Firmlinge aus den 30 Pfarrgemeinden des Dekanates, allesamt derzeit in der Vorbereitung, machten sich ab Kordel und Pfalzel zu Fuß auf den Weg, die Mehringer kamen mit dem Rad.

Mit festlichem Glockengeläut empfing die Abtei am frühen Nachmittag ihre jugendlichen Sternpilger, und die waren erst einmal beeindruckt, als sie in den Abteihof einzogen. "So viele von uns auf einen Schlag, das ist ja schon der reine Wahnsinn", meinte einer, der sich gelassen das Wasser aus seiner Flasche über den Kopf laufen ließ.

In sechs unterschiedlichen Katechesen mit sehr unterschiedlichen "Moderatoren" (Weihbischof Dr. Stephan Ackermann, Landrat Günther Schartz, Bruder Hubert, Pastoralreferent Roland Hinzmann, Pastoralreferentin Katja Bruch und Diplomtheologe Christian Ludwig) reflektierten die Firmbewerber ihren eigenen Glauben und die Rolle, die er in ihrem Leben spielt.

Bei einer sehr ausführlichen und persönlichen Fragerunde in der Friedhofskapelle überzeugte Bruder Hubert von St. Matthias seine jugendlichen Kritiker mit Ehrlichkeit, Schlagfertigkeit und Authentizität. "Macht es Ihnen Spaß, Mönch zu sein?" - "Nicht immer, aber meistens schon." "Ist Gott überall?" - "Ja. Ich hoffe, ich stehe ihm jetzt nicht im Wege."

"Für uns Christen ist Jesus das Passwort, die Welt zu verstehen und aufzuschließen", sagte Weihbischof Ackermann in seiner Predigt im großen Festgottesdienst und ermunterte dazu, "das Passwort auch zu benutzen."

Während es Dekanatskantor Johannes Klar mit seinem Projektchor und der Instrumentalgruppe ordentlich fetzen ließ, fühlten sich viele offenbar dazu inspiriert, dem Gottesdienst einen ganz eigenen Soundcheck zu geben.

Schade nur, zumal die Open-Air-Disco auf dem Abteihof im Anschluss mit absolut Rockigem Lohn und der verdiente Ausgleich war, solange durchgehalten zu haben.

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