Verwaltung: Jetzt kommen Berater ins Rathaus Ruwer

Verwaltung : Jetzt kommen Berater ins Rathaus Ruwer

Mit professioneller Hilfe soll die Verwaltung der Verbandsgemeinde Ruwer neu organisiert werden.

. Eine Verwaltung schaffen, die klar strukturiert ist, effizient und bürgerfreundlich arbeitet – mit diesem Ziel hatte der Gemeinde- und Städtebund 2011 sein Organisationsmodell Gemeinde 21 für VG-Verwaltungen fortgeschrieben. Nach Auffassung von Bürgermeisterin Stephanie Nickels besteht auch im Waldracher Rathaus Handlungsbedarf.

Die VG Ruwer hinke anderen Kommunalverwaltungen hinterher. Ähnlicher Meinung sind die Ratsfraktionen von CDU und FWG. Bereits in der Septembersitzung hatte der Rat das Reformprojekt im Grundsatz beschlossen und im Nachtragshaushalt 2018 berücksichtigt (der TV berichtete).

Vor einer Neustrukturierung ist zunächst eine Analyse des Ist-Zustands erforderlich. Eine Aufgabe, die nach Auffassung der Bürgermeisterin und einer Ratsmehrheit in die Hände einer professionellen Beratungsgesellschaft gelegt werden sollte. Mit Stimmen von CDU und FWG hat der Rat beschlossen, mit der Strukturanalyse die Kommunalberatung Rheinland-Pfalz GmbH zu beauftragen. Dabei handelt es sich um eine Tochtergesellschaft des Gemeinde- und Städtebunds. Die Kosten für eine Organisationsanalyse inklusive Personalbedarfsermittlung und Stellenbewertung werden mit 50 000 Euro angesetzt.

Vor der Abstimmung mit 13 Ja-, neun Neinstimmen und zwei Enthaltungen wurde diskutiert. Marianne Rummel (Grüne) bezweifelte den Zweck des Projekts: „Die Verwaltung müsste erst mal wieder zu sich finden – da ist zu viel passiert. Warum nun alles auf den Kopf stellen?“ Stefan Metzdorf (SPD) fragte, „wer die Zeche bezahlt außer den Ortsgemeinden und den Bürgern“. Sein Fazit: Zu teuer und im Widerspruch zu Nickels Ankündigung, erst einmal Ruhe in die Verwaltung zu bringen.

Gegensätzlicher Meinung war Josef Kruft (FWG): „Über Jahrzehnte ist hier hier nichts unternommen worden. So kann es nicht weiterlaufen.“ Er bezeichnete die Kosten als vergleichsweise gering. Auch für Reinhard Lichtenthal (CDU) war das Projekt überfällig. „Wir alle haben den Prüfbericht der Kommunalaufsicht gesehen, wir müssen nun aktiv werden, dürfen nicht verharren.“ Bleibe man untätig, heiße es später „die Verwaltung schlampt, und es ist nichts unternommen worden“.

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