Jetzt predigt er wieder von der Kanzel

Jetzt predigt er wieder von der Kanzel

Er habe einen Tapetenwechsel gebraucht, sagt Monsignore Stephan Wahl. Der frühere Kommunikationsdirektor im Bistum Trier und langjährige "Wort zum Sonntag"-Pfarrer ist jetzt halbtags als Seelsorger in der VG Ruwer im Einsatz. Nebenbei schreibt er religiöse Bücher und Artikel. Mit dem TV hat der 53-Jährige über den Reiz seiner neuen Aufgaben gesprochen.

Waldrach/Trier. Stephan Wahl gehört wohl zu den bekanntesten Priestern im Bistum Trier. Der Fernsehpfarrer, wie er oft genannt wird, zählte zwölf Jahre zum Team der ARD-Sendung "Wort zum Sonntag". Bis 2012 war er Mediendirektor im Bischöflichen Generalvikariat. Jetzt hat sich Wahl neuen Aufgaben zugewandt: Seit Anfang 2013 ist er Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft Waldrach. Als Kooperator unterstützt der in Trier lebende Geistliche dort den leitenden Pfarrer Ralf-Matthias Willmes, der seit September im Amt ist.
Hilfe in der Suppenküche



Eine Erkrankung hatte Wahl zunächst ausgebremst, voll im Dienst ist er seit August. Die Gläubigen in Waldrach hätten ihn "sehr herzlich aufgenommen", berichtet der 53-Jährige. Viele seien auch neugierig gewesen, hätten sich über seinen Wechsel gewundert, manche gar einen "Karriereknick" vermutet.
"Das ist es aber überhaupt nicht", sagt Wahl. Er habe einen "Tapetenwechsel" gebraucht: "Ich finde, ein Priester sollte höhere Verwaltungsaufgaben nicht auf Dauer machen." Nach dem Ausscheiden als Kommunikationsdirektor 2012 bat Wahl um eine Pause. Er reiste nach Rom, half dort etwa in einer Suppenküche. Jetzt ist er zurück in der Seelsorge - allerdings mit halber Stelle. In der restlichen Zeit will Wahl wieder mehr Bücher und Artikel schreiben. "Erste Früchte" gebe es bereits (siehe Extra). "Es ist schön, wieder mit eigenem Namen zu unterschreiben", sagt der 53-Jährige. Als Kooperator sei er wieder "näher bei den Menschen". Und seine Erlebnisse flössen in seine Texte ein.
In Waldrach zählt Wahl zum fünfköpfigen Seelsorgeteam um Pfarrer Willmes. Vor dessen Amtsantritt war die Gemeinschaft sechs Monate ohne Führung. Die drei leitenden Pfarrer hatten auf Wunsch des Bistums den Weg für neues Personal und damit für ein schnelleres Zusammenwachsen der zwölf Pfarreien freigemacht. Dabei will auch Wahl helfen: "Persönliches Engagement ist wichtig. Aber wir müssen auch als Team an einem Strang ziehen." Wichtig sei, dass kein Gebiet bevorzugt werde. Bei den Gottesdiensten wollen die Priester daher im Wechsel präsent sein.
Neben den Messen übernimmt Wahl auch Trauungen, Taufen und Beerdigungen. Er freue sich auf die Arbeit mit den Menschen, sagt er: "Ihnen ist in der vergangenen Zeit viel zugemutet worden. Umso mehr beeindruckt mich, mit welchem Engagement nun ein gemeinsamer, guter Weg gesucht wird." cweb