Jobben für Miete und Mensa

TRIER. 767 Euro hat ein Student in Deutschland durchschnittlich pro Monat im Portemonnaie. In Trier dürfte er wohl auch mit weniger auskommen: Die Stadt ist für Studierende vergleichsweise preiswert.

"Trier hat ein moderates Mietpreisniveau, und auch die Lebenshaltungskosten sind gering", zählt Andreas Wagner, Geschäftsführer des Studierendenwerks Trier, die Vorteile eines Lebens in der Moselstadt auf. Manch ein Student wird Miete und Mensa-Essen auch von weniger als 767 Euro bezahlen können. So verfügt Pädagogikstudent Michael Engel (Name geändert) über rund 600 Euro, die ihm seine Eltern monatlich "mit Selbstverständlichkeit" geben. "Viel Luxus ist damit nicht drin", sagt er, "aber ich komme mit dem aus, was ich habe." Kurze Urlaubstrips oder Kneipenabende mit Freunden verdient er sich durch einen Ferienjob. Anders sieht es da bei Behnam Hassani aus: "Durch meine Arbeit als Kellner verdiene ich den Großteil meines Lebensunterhalts." 500 Euro habe er im Monat zur Verfügung, inklusive familiärer Unterstützung. "Das ist spartanisch, aber es geht", sagt er. Evelyn Reinert (Name geändert) hat gleich zwei Jobs. Sie gibt Unterricht und arbeitet in einer Modeboutique. "Wenn meine Eltern schon die Miete zahlen, kann ich auch meinen Beitrag zum Lebensunterhalt leisten", sagt die 23-Jährige. "Ich will nicht, dass meine Eltern mich mehr unterstützen als notwendig." Evelyn Reinert gehört bundesweit zu knapp zwei Dritteln von Studierenden, die neben der Uni jobben. Wobei nur vier Prozent ihr Studium alleine durch die Arbeit finanzieren. So leben Studenten selten von nur einer Einnahmequelle. Bei 89 Prozent unterstützen die Eltern den Nachwuchs. Zwölf Prozent leben nur vom elterlichen Unterhalt. Knapp ein Viertel aller Studenten bezieht Bafög. Das hat die Sozialerhebung von 2003 herausgefunden. Neue Fragebögen

Die Studie wird alle drei Jahre vom Deutschen Studentenwerk in Auftrag gegeben und beleuchtet die wirtschaftliche und soziale Situation von Studierenden in Deutschland. Die neuen Fragebögen konnten Studenten bis Ende Juli ausfüllen. "Die ausgewerteten Daten erwarten wir für September kommenden Jahres", sagt Andreas Wagner. Doch mit großen Verschiebungen rechnet er nicht: "So lange es keine Studiengebühren in Rheinland-Pfalz gibt, wird sich die soziale Situation von Studierenden nicht wesentlich ändern."

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