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Johannes M. Tölle aus Trier wird mit der Single Fiji Wasser zum Hip-Hop-Star

Porträt : Mit Fiji Wasser zum Hip-Hop-Star

Johannes M. Tölle aus Trier hat im Internet einen Song veröffentlicht, der in kurzer Zeit 13 000 Mal angehört wurde. Thema ist ein so hippes wie umstrittenes Getränk.

Seit Mitte Januar schnellen die Klicks nach oben. Inzwischen hat das Musikvideo von JMT zur Single „Fiji Wasser“ bereits rund 13 500 Aufrufe. Hinter dem Künstlernamen verbirgt sich der 17-jährige Johannes M. Tölle aus Trier. Der Schüler der zwölften Klasse produziert eigene Musik, überwiegend deutschen Hip-Hop. Seit 1. Februar steht nun sein erstes Album „Paradies“ mit 14 Titeln zum Streaming und Download über zahlreiche Musikplattformen bereit.

Mit der Musikproduktion begann Johannes M. Tölle vor fünf Jahren. Aus Langeweile habe er am Computer mit einer Software für Musikproduktion experimentiert, erzählt er. „Mein älterer Bruder hat mich darauf gebracht.“

Heute produzieren die Geschwister gemeinsam. An der aktuellen Single „Fiji Wasser“ arbeitete neben Bruder Crisis (Künstlername) auch ein gemeinsamer Freund, der sich Akademik nennt, mit.

Im Song geht es um das angeblich besonders gesundheitsfördernde Fiji-Quellwasser, das derzeit sehr beliebt ist, wegen seines Preis-Leistungsverhältnisses allerdings oft in der Kritik steht. Happige 2,69 Euro kosten 500 Milliliter des Wassers, das Unberührtheit durch den Menschen verspricht. Johannes Tölle machte sich die polarisierende Wirkung zunutze und dichtete einen selbstironischen Rap, der mit Zeilen wie „Ein Liter fünf Euro, faires Angebot. Du kannst dir maximal die Verpackung hol’n“ den Hörer zum Schmunzeln bringt. „Ich trinke Fiji Wasser jeden Tag“, heißt es in dem Song. Stimmt das? „Nein“, antwortet der Musiker und lacht. Aber er ziehe das Quellwasser einer Cola vor. Irgendwann sei ihm spontan die Idee zu einer Videoszene zum Thema gekommen. Daraufhin habe er mit dem Text begonnen. Was er rappt, schreibt JMT ausnahmslos selbst. „Ich will schließlich hinter dem stehen, was ich singe.“ Dass er mit seinem Musikgenre vor allem bei Älteren oft auf Widerstand stößt, ist dem 17-Jährigen bewusst. Er habe Verständnis für alle, die sich mit Hip-Hop nicht anfreunden könnten. Für ihn als „Anfänger ohne Gesangsausbildung“, wie er sich bezeichnet, sei der rhythmische Sprechgesang jedoch ideal. „Ich kann nicht besonders gut singen, aber Rappen liegt mir.“

Als Rapper sieht sich der Gymnasiast jedoch nicht. Der Begriff sei mit so vielen Vorurteilen und Klischees behaftet. JMT distanziert sich klar von frauenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Texten. Er bezeichnet er sich lieber als Musiker. Ein neues Album ist bereits in Planung, die ersten Tracks in Produktion. Mehr möchte der Schüler noch nicht verraten.