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Jüdische Biographien der Region

Jüdische Biographien der Region

Willi Körtels hat wieder Geschichte(n) aufgearbeitet und stellt sein neues Buch vor.

Trier/Konz (red) Nachdem im Januar die ursprünglich geplante Buchpräsentation aus Krankheitsgründen ausfallen musste, stellt Willi Körtels aus Konz nun am Sonntag, 30. April, sein neues Buch "Jüdische Biographien der Region Trier" im Gemeindesaal der Jüdischen Kultusgemeinde in Trier, Kaiserstraße 25, vor. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Im Mittelpunkt stehen authentische Texte ausgewählter Trierer jüdischer Autoren aus einem Zeitraum von 170 Jahren, die von Taja Bakal und von Annelie Diewald rezitiert werden. Der Chor der Jüdischen Kultusgemeinde Trier unter Leitung von Irina Ladyjenskaja übernimmt die musikalische Gestaltung.
Dem Leser eröffnen die 108 biografischen Beiträge des neuen Buchs einen differenzierten Einblick in die individuellen Lebensumstände, die Begabungen sowie das wissenschaftliche und bürgerliche Engagement vergessener jüdischer Bürgerinnen und Bürger der Region Trier. Die Biografien umfassen einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren.
In jeder Biografie spiegelt sich mehr oder weniger die jeweilige historische Situation. Zu unterscheiden sind Lebensläufe, die sich in humanen Phasen verwirklichen konnten, von denen, die in Zeiten höchster Bedrohung für das Leben angesiedelt waren.
Zur ersten Gruppe zählen Personen, die ihr gesamtes Leben in Trier verbrachten, oder mit Unterbrechung durch das Studium in einer entfernten Universitätsstadt nach Trier zurückkehrten, um den erlernten Beruf in der Geburtsstadt auszuüben. Andere übten ihren Beruf in einer anderen Stadt aus. Dabei wird das historische Phänomen der Abwanderung aus dem ländlich-kleinstädtischen Umfeld in die Zentren der Verwaltung, der Forschung und der Industrie berührt.
Zur zweiten Gruppe gehören die Personen, die wegen der antijüdischen Maßnahmen der Nationalsozialisten als Kinder, Schüler und Erwachsene ins Ausland fliehen mussten oder Opfer des Holocaust wurden.
Zu den bedeutendsten Neu- oder Wiederentdeckungen jüdischer Persönlichkeiten zählt die erstmals im Jahr 2008 in Trier vorgestellte Lyrikerin Elise Haas, der die Universität Trier im Jahre 2010 eine mehrmonatige Ausstellung in der Universitätsbibliothek widmete. Das Buch erinnert an jüdische Personen, die die ehemalige jüdische Kultur im Raum Trier auf besondere Weise verkörpern.