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Jüdisches Leben in und um Schweich 1339 - 1941

Jüdisches Leben in und um Schweich 1339 - 1941

Das jüdische Leben in Schweich, von der ersten historischen Erwähnung im Jahr 1339 bis zur Vernichtung durch das NS-Regime, ist Thema eines regionweiten Projekts in Schweich. Zentraler Punkt wird eine Ausstellung in der Schweicher Synagoge sein. Zum langfristigen Gesamtkonzept zählen auch regelmäßige Veranstaltungen.

Schweich. (red) Eine Ausstellung zeigt von Sonntag, 24. Januar, bis Sonntag, 21. Februar, in der als Kulturstätte wiedereröffneten Synagoge in Schweich "jüdisches Leben in und um Schweich 1339 - 1941".

Sie enthält Informationen zur Geschichte jüdischen Lebens in und um Schweich, von seinen ersten Spuren bis zu seinem Verschwinden durch die nationalsozialistischen Gewalttaten. Zur Ausstellung gehören auch Interviews mit Zeitzeugen, die von Jugendlichen der Schweicher Schulen geführt und aufgezeichnet wurden. Ältere Schweicher Bürger erzählen darin über ihre Erinnerungen an die Reichspogromnacht 1938 in Schweich und ihre Erfahrungen im Zusammenleben mit den jüdischen Nachbarn.

Bleibende Verbundenheit von Judentum und Christentum



Konzipiert wurde die Ausstellung von Hermann Erschens aus Leiwen und René Richtscheid vom Emil-Frank-Institut in Wittlich. Zugrunde liegen ihnen ihre eigenen Forschungen sowie Forschungen des ehemaligen Schweicher Hauptschulkonrektors Georg Wagner.

Nach dem 21. Februar wird die Ausstellung ihren Platz auf der Empore der Synagoge finden. Dort kann sie von Schulklassen und anderen Besuchern besichtigt und von Schulen, Ortsgemeinden und Pfarreien für eigene Projekte ausgeliehen werden.

Die Ausstellung ist eingebettet in ein langfristiges Gesamtkonzept: Jährlich sollen künftig auch zum Holocaust-Gedenktag in der Synagoge in Schweich Veranstaltungen stattfinden, die das Gedächtnis der Opfer bewahren und die bleibende Bedeutung der damaligen Ereignisse für die Gegenwart verdeutlichen. Diese Veranstaltungen sollen auch mit dem jüdischen Glauben und Denken vertraut machen und die bleibende Verbundenheit von Judentum und Christentum ins Bewusstsein rufen. Gleichzeitig geht es darum, im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus die Verantwortung für Menschenwürde und Menschenrechte wachzuhalten und zu schärfen.

Verantwortlich für das Projekt ist das Dekanat Schweich-Welschbillig, die Gesamtleitung haben Dekanatsreferentin Beate Barg und Pastoralreferent Matthias Schmitz, den jugend- und schulbezogenen Teil des Projekts leitet Pastoralreferent Roland Hinzmann. Extra Mitgetragen wird das Projekt von zahlreichen Einrichtungen: Verbandsgemeinde Schweich, Stadt Schweich, KEB-Fachstelle Trier, Volkshochschule Schweich, evangelische Kirchengemeinde Ehrang, Pfarrbezirk Schweich, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Schweich, Emil-Frank-Institut Wittlich, Jüdische Kultusgemeinde Trier, Deutsch-Israelische Gesellschaft Trier, Pfarrgemeinde St. Martin Schweich, Levana-Förderschule Schweich sowie die Jugendarbeit und Schulpastoral im Dekanat Schweich-Welschbillig.