Jugend kämpft um ihren Platz in Schweich

Jugend kämpft um ihren Platz in Schweich

Die Schweicher Jugend hat sich Ziele gesetzt: Sie wollen mehr Platz, längere Öffnungszeiten im offenen Jugendtreff und mehr Angebote. Um der Realisierung ihrer Wünsche näher zu kommen, suchten die Teenager den Dialog mit Stadtratsmitgliedern.

Schweich. In den vergangenen Monaten hat die Schweicher Jugend einige Enttäuschungen wegstecken müssen: Der ursprüngliche Plan, dass am Stefan-Andres-Zentrum ein reines Jugendzentrum entsteht, wurde verworfen; ebenso das Projekt eines Bürgersaals mit eigenen Jugendräumen. Dann sollten sich die jungen Leute die Räume mit anderen Vereinen teilen; mittlerweile ist nur noch von dem bestehenden Jugendtreff in der Alten Schule die Rede.

Um die Schweicher Jugendarbeit trotz der jüngsten negativen Erfahrungen weiter voranzubringen, hatten die Teenager Stadtratsmitglieder in den offenen Treff eingeladen. 14 Politiker waren gekommen, um sich mit den jungen Leuten auseinanderzusetzen. Bevor die teils hitzige Diskussion startete, erläuterte Jan Kühn, pädagogische Fachkraft, den momentanen Stand: Der Treff in der Alten Schule ist zwei Mal in der Woche für jeweils fünf Stunden geöffnet.

"Das ist viel zu wenig", meinten einige Jugendliche. Sie wünschten sich längere Öffnungszeiten, mehr Angebote wie Jugendkulturveranstaltungen und Ausflüge und dass sie ihre Räume selbst gestalten können. Denn seit der Renovierung des Treffs vor eineinhalb Jahren müssen die Wände weiß bleiben. Aber ebenso wichtig wie die eigene Gestaltung und Selbstverwaltung ist den Jugendlichen, dass sie mehr Platz haben. So war ihnen ein weiterer Raum im Erdgeschoss der Alten Schule mehrmals versprochen worden.

Aber das nächste Problem steht an: Stadtbürgermeister Otmar Rößler erklärte, dass die Stadtkapelle signalisiert habe, dass sie teilweise Abstand genommen habe, in dem neuen Bürgerzentrum zu proben und die Räume in der Alten Schule weiter nutzen wolle. Das heißt: Die Jugendlichen müssen den in Frage kommenden Raum weiter teilen. "Wir werden nur mit Ausreden hingehalten und vertröstet", schimpfte Lars (18) aus Schweich. Rößler beschwichtigte: "Wir müssen jetzt gemeinsam Gespräche, auch mit den Vereinen, führen."

Betroffen von den Plänen sind auch die Jugendlichen aus dem Stadtteil Issel. "Einige Vorhaben sind in der Vergangenheit leider geplatzt", bestätigt Ortsvorsteher Kurt Heinz, "aber in Issel muss etwas geschaffen werden für die Jugend." Denn nur wenige junge Isseler suchen den offenen Treff in Schweich auf.

Das Fazit: Die Jugend wird gehört, die Politiker nehmen die Anliegen der Jugend mittlerweile sehr ernst und sie sind bestrebt, gemeinsam mit den jungen Leuten nach Lösungen zu suchen. kat

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