Jugendkulturfest JuKuFe Trier 2019: Bunt, schnell, melodisch und laut

Kultur : Jugendkulturfest JuKuFe Trier 2019: Bunt, schnell, melodisch und laut

Kunst, Sport und Musik: Das erste Trierer Jugendkulturfestival hat gezeigt, wie vielfältig sich junge Künstler in der Stadt und im Umland ausdrücken. In Europäischen Kunstakademie und Skaterhalle luden Jugend- und Kultureinrichtungen zum Mitmachen und einem Bandcontest ein.

Mit einem spitzen Meißel ritzt Milli Muster in den weißen Stein. Ganz konzentriert schafft die Neunjährige ein kleines Kunstwerk, dass sie sich anschließend mit einem dunkelblauen Band um den Hals hängt. Elf Kinder nutzen gleichzeitig das Angebot der Jugendeinrichtung Don Bosco beim ersten Trierer Jugendkulturfestival (Jukufe) im Hof der Europäischen Kunstakademie (EKA) in Trier-West. Sie raspeln, sägen, feilen, bohren und ritzen Speckstein. Unter ihren Händen entstehen Tiere, Sterne und kleine Anhänger.

„Wir wollen zeigen, wie groß das Spektrum der Jugendkultur in Trier ist“, sagt Mitorganisator Dirk Mentrop vom Exhaus. Es reiche von Sport über Kunst bis Musik, aber auch die Kleidung gehöre dazu: „Wir sehen den Begriff weiter.“ An diesem Samstag stellen sich die Träger vom Arbeitskreis Offene Jugendarbeit mit Infoständen und Angeboten vor. Hervorgegangen ist das Jukufe aus dem Musikaktionstag beziehungsweise dem Jugendkulturtag, die ab 2013 in Exhaus und Mergener Hof stattfanden.

„Mit Speckstein arbeiten ist einfacher als Graffiti malen“, sagt Milli. Zuvor hatte sie ein Gemälde an die Rückwand der Skaterhalle gesprüht. Drinnen geht es den ganzen Tag rund. Gut 50 junge Menschen ab sechs Jahren rasen auf Rollern, Inlinern, Skateboards, BMX- oder Mountainbikes über die Rampen, zeigen Sprünge und auch Salti.

„Ich habe heute viele junge Gesichter gesehen“, sagt Florian Faust vom Projekt X, „und auch Leute, die sonst nicht hier sind.“ Die 20 Roller und anderen Fahrzeuge des Vereins seien alle ausgeliehen gewesen. Insgesamt mehr als 120 Sportler zählt der Verein an diesem Samstag.

Faust ist auch einer der vielen jungen Künstler, die ihre Werke in der Kunsthalle der EKA ausstellen. Sein Metier: die Fotografie. Auch Gemälde und Zeichnungen sind zu sehen, Fresken, Mosaikarbeiten und Installationen – alles entstanden in Workshops in den Jugendzentren Auf der Höhe, Don Bosco, MJC und der EKA.

„Die Kunsthalle sieht heute ganz anders aus“, freut sich Gabriele Lohberg, Leiterin der EKA. „Mit der Ausstellung wollen wir die Leistung der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen, ohne sie zu werten.“ Dennoch: „Manche Besucher glauben nicht, dass die Werke von jungen Künstlern geschaffen wurden“, sagt Lohberg. Die Ausstellung werde gut angenommen und zeige, wie wichtig die Stadtteilarbeit vor Ort auch für die Kunst sei. Auch Klara (14) und ihre Freundin Marie (15) finden sie interessant.

Eveline aus Ehrang gefällt das vielfältige Angebot des Jukufes: Die 15-Jährige bemalt eine Jutetasche, singt Karaoke, spielt Fußball und klettert. An einem Tisch spielen Alt und Jung beim Jugendtreff Ehrang/Quint Schach. Daneben bietet die Künstlerin Jehan Abuaffar freies Malen an. Sportlich geht es auf dem Hof der Skaterhalle zu. Dort spielen Jugendliche Basketball, die Jüngeren stapeln Getränkekisten und klettern gut gesichert hoch hinaus.

Musikalischer Höhepunkt ist das Konzert des Trierer Rappers D.M.O. auf der Open-Air-Bühne im Anschluss an den Bandcontest der jungen Musiker (siehe Info), die von den Zuhörern lauten Applaus erhalten.

Die Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks von Kindern und Jugendlichen in Trier zeigt die Ausstellung in der Kunsthalle. Foto: Mechthild Schneiders

„Ein sehr positives Ding“, resümiert Mentrop das Jukufe. „Das sagen auch die anderen Jugendzentren. Es war in meinen Augen trotz wechselhaften Wetters recht gut besucht.“ Für die kommende Auflage in zwei Jahren wünscht er sich, dass sich die Stadt stärker einbringe – die Jugendpflege ist diesmal mit Fördergeld beteiligt. „Ich könnte mir vorstellen, dass die Stadt als Veranstalter auftritt“, sagt er. In Mönchengladbach etwa sei dies so, und die Jugendzentren seien mit im Boot. „Da hat das Jugendfestival ein ganz anderes Standing.“

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