Trier: Jugendliteratur, die Schüler mitreißt

Trier : Jugendliteratur, die Schüler mitreißt

Tania Witte liest für achte Klassen aus ihrem Buch „Der Schein“ in Schweich.

Geheimnisse – die machen den Zauber des Jugendromans „Der Schein“ aus, den Autorin Tania Witte, Teil des Autorenduos „Ella Blix“, den vier achten Klassen des Stefan-Andres-Gymnasiums (SAG), Schweich, in zwei Lesungen vorstellte.

Sie ist die erste Autorin der von nun an jährlich stattfindenden Autorenlesungen für die Mittelstufe des SAG, die die Autorenlesungen für die fünften Klassen (der TV berichtete mehrfach) ergänzen.

Das ist besonders passend, da Tania Witte aus Trier stammt. Schon als Kind liebte sie es, zu lesen und zu schreiben, und die Begeisterung für Worte drückt sich bei ihr auch in Poetry-Slams und Spoken-Word-Performances aus. Die heute in Berlin und Den Haag lebende Witte studierte Medienpädagogik, arbeitete als Journalistin, schrieb Romane für Erwachsene und eben jetzt auch für Jugendliche. „Der Schein“ ist ihr erstes Jugendbuch zusammen mit Antje Wagner unter dem Pseudonym „Ella Blix“.

In der Lesung erzählt Witte zunächst von Alina, einer 16-Jährigen aus Berlin, die mit dem Geheimnis um den Tod ihrer Mutter aufwachsen musste und nun Geheimnisse hasst, oder versucht, sie aufzuklären. Zu ihrem Ärger muss die Jugendliche für ein halbes Jahr in ein Internat auf einer winzigen Ostseeinsel, da ihr Vater beruflich in Amerika zu tun hat. Die Gymnasiasten sind wie Alina entsetzt, dass es auf der Insel weder Handyempfang noch Wlan gibt, dafür aber seltsame Menschen – und viele Geheimnisse. Warum und wohin verschwindet die Hausmutter des Internats, wer ist das eigenartige Mädchen im verbotenen Naturschutzgebiet und was hat es mit dem schwarzen Schiff auf sich, das grüne Blitze auf die Insel schleudert? Und kann Alina hier die Fragen zum Tod ihrer Mutter klären?

So frei und mitreißend Witte von Alinas Erlebnissen erzählt, so lebhaft und gestenreich liest sie auch spannende Stellen aus dem Jugendroman vor, bequem im Schneidersitz auf dem Tisch hockend. Dabei begeistert sie die Schüler. Sie wollen selbst lesen, was Witte beim Vorlesen andeutet oder eben auch nicht verrät. Wie das spannende Ende auf dem schwarzen Schiff, in dem Alina und der Leser erkennen müssen, dass nichts so war, wie es schien.

Im anschließenden Gespräch mit der Autorin erfahren die Schülerinnen und Schüler Spannendes über Geisterschiffe, Mechanismen von Horrorfilmen, das „Geheimnis“ des Buchcovers und auch, wie das Autorenduo Witte/Wagner es schaffte, trotz unterschiedlicher Arbeitsweisen den Roman zusammen zu schreiben.

Erstaunt hören sie zudem, wie viele Menschen an der Fertigstellung eines Buches beteiligt sind und wie wenig die Autorinnen letzten Endes daran verdienen.

Anschließend ist das Gedränge um signierte Karten groß, und viele Mädchen möchten sich „Den Schein“ signiert bestellen – was bei 472 Seiten zeigt, wie gut die kurzweilige Lesung und die charismatische Autorin bei den Achtklässlerinnen ankamen.

Dieser gelungene Vormittag der Leseförderung wurde unterstützt vom Förderverein des SAG und dem Verein zur Leseförderung e.V.

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