Jugendparlament Trier 2019 Nach zwei Jahren dürfen die Trierer Kinder und Jugendlichen ihre politische Vertretung neu wählen.

Demokratie : Wo die Trierer Jugend etwas bewirken kann

Nach zwei Jahren dürfen die Kinder und Jugendlichen aus der Stadt ihre politische Vertretung neu wählen. Das Jugendparlament hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es nicht nur reden, sondern auch anpacken kann.

Was passiert, wenn man 22 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zehn  und 17 Jahren 5000 Euro im Jahr und ein wenig Betreuung zur Verfügung stellt, um Trier attraktiver für junge Menschen zu gestalten?

Eine Antwort auf diese Frage gibt das Trierer Jugendparlament (JuPa) nun schon seit acht Jahren. Jetzt neigt sich die vierte Legislaturperiode dem Ende, in wenigen Wochen wird das Parlament neu gewählt. Einige Mitglieder sind dann zu alt, um erneut zu kandidieren. Viele junge Menschen werden neu in das Gremium kommen. Zeit, zurückzublicken und nach vorne zu schauen.

Ioana ist seit vier Jahren Mitglied des Jugendparlaments, seit zwei Jahren sitzt sie ihm vor. Sie erinnert sich noch gut daran, was sie damals zur Kandidatur bewegte. In der Schülervertretung ihrer Schule hatte sie bereits Gleichaltrige vertreten. „Und als ich gehört habe, dass man das auch auf der städtischen Ebene machen kann, habe ich mir gedacht: ‚okay, interessant‘. Und ich habe mich gefragt, was man da alles umsetzen kann.“

Und umsetzen konnte das JuPa Einiges: Zwei Bücherfeste haben die Mitglieder veranstaltet und eine Podiumsdiskussion aller Trierer Stadtratsfraktionen, bei der sich Erstwähler informieren konnten. Mit einer Party haben sie Geld für die Erhaltung des Exhauses gesammelt, mit dem Verteilen von Bambusbechern auf die Problematik von Plastikmüll aufmerksam gemacht.

Vier  bis fünf Mal im Jahr treffen sich die Mitglieder des JuPa im großen Rathaussaal, in dem auch der Stadtrat tagt, um über solche Projekte zu entscheiden. Dazwischen findet die Arbeit in Ausschuss-, Vorstands- und Gesamtgruppentreffen statt. Darüber hinaus setzt sich das JuPa auch politisch für die Belange von Jugendlichen ein. Vertreter sind beispielsweise in der Jugendtaskforce Exhaus engagiert und in mehreren Ausschüssen des Stadtrats vertreten.

Besonders stolz ist Ioana auf die Jugendkonferenz, die das Jugendparlament in dieser Legislaturperiode erstmals organisiert hat. Über 100 interessierte Jugendliche konnten dabei Ideen austauschen und neue Projekte anstoßen.

„Das Jugendparlament ist als parlamentarisches Format gut, um die Jugend Triers zu vertreten. Allerdings können wir auch nicht jede Meinung abbilden und deswegen ist es wichtig, ein größeres Format zu erschaffen, bei dem viel mehr Jugendliche zu Wort kommen“, sagt sie.

All das stemmen sie hier mit 5000 Euro im Jahr. Weil sie selbst designen, werben, verteilen, auf- und abbauen und mit anderen städtischen Gremien kooperieren. Anders, sagt Ioana, ginge es nicht. Sie wolle aber auch betonen, „dass es nicht weniger werden sollte“.

Ioanas zweite Amtszeit wird ihre letzte sein, die 19-Jährige darf altersbedingt nicht mehr kandidieren. Darüber, wie das JuPa in den kommenden Jahren sein Budget verwenden wird, werden andere entscheiden. Da es im JuPa keine Parteibindungen gibt, haben dessen Mitglieder die volle Entscheidungsfreiheit, und davon machen sie auch Gebrauch. „Keine Zusammensetzung ist gleich. Nicht einmal annäherungsweise ähnlich“, stellt Ioana rückblickend fest.

Wie das nächste JuPa aussehen wird liegt nun in den Händen der Trierer Schüler, die in den kommenden Wochen die Wahl haben.

Mehr von Volksfreund