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Jugendpflege der VG Ruwer plant Projekte für Kinder und Jugendliche

Jugendpflege : Wo Jugendpflege in der VG Ruwer anpacken möchte

Die Jugendpflegerinnen der Verbandsgemeinde Ruwer wollen allen jungen Menschen die gleichen Möglichkeiten bieten. Was läuft dabei bereits gut, und wo sehen sie noch Bedarf?

Gemeinsam mit den anderen Jugendlichen im Jugendraum Zeit verbringen, sich im Verein engagieren und in den Ferien an Workshops teilnehmen: In der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer kümmern sich zwei Jugendpflegerinnen darum, das Zusammenleben von Kindern und Jugendlichen zu fördern und unterstützen. Als Fazit des vergangenen Jahres haben sie und die Hilfskräfte aus Waldrach, Osburg, Mertesdorf und Kasel Berichte über ihre Arbeit veröffentlicht. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus sind folgende.

Während manche Gemeinden, die näher an Trier liegen, eine gute Infrastruktur haben und junge Familien dorthin ziehen, „schrumpfen“ andere und werden älter. Das sei ein Grund, weshalb sich die Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche in der VG Ruwer unterscheiden. Insgesamt leben knapp 3900 unter 20-Jährige in der Verbandsgemeinde. Das sind rund 20,7 Prozent der Gesamtbevölkerung (Stand 31.12.2020). Die meisten Kinder und Jugendlichen leben in Osburg (544), Gusterath (426), Waldrach (410) und Pluwig (400).

Insgesamt seien in allen Gemeinden positive Lebensbedingungen für junge Menschen gegeben. Der Lebensstandard sei gut und die Kinder und Jugendlichen seien in das rege Vereinsleben integriert. In fast allen Dörfern gibt es Jugendräume, allerdings variiere die Qualität der Ausstattung dort sehr.

Es gibt auch noch andere Bereiche, in denen die beiden Jugendpflegerinnen der VG, Sandra Trautmann und Julia Herrig, noch Potenzial sehen. Zum Beispiel sei eine Herausforderung, dass die Jugendlichen aus den Dörfern häufig in unterschiedlichen Regionen zur Schule gehen und so nicht mit ihren Freunden aus dem Dorf in eine Klasse gehen. Deshalb lernen die Jugendlichen außerdem schon früh, ihre Zeit außerhalb des Heimatdorfs zu verbringen.

Besonders Kinder und Jugendliche, die in schlecht angebundenen Orten leben, seien in ihren Freizeit-Möglichkeiten stark eingeschränkt. Auch die Corona-Pandemie habe vieles in den vergangenen zwei Jahren erschwert.

Genau dort möchte die Jugendpflege anpacken. Die offene Jugendarbeit in den Orten soll auch die Lebensqualität steigern. Einschränkungen wie während der Corona-Pandemie sollen künftig ausgeglichen werden, die Jugendlichen sollen an dem gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Um das zu erreichen, organisiert die Jugendpflege Freizeit- und Beratungsangebote. Dabei sei wichtig, dass die Angebote innerhalb der VG gut verteilt werden, damit alle Jugendlichen einen Zugang dazu haben. Auch das ehrenamtliche Engagement möchte die Jugendpflege fördern.

In 16 Orten gibt es die offenen Jugendtreffs. Dort können die Jugendlichen ihre sozialen Kontakte vor Ort pflegen. Beispielsweise in Waldrach werde der Jugendtreff sehr gut angenommen. In Mertesdorf, Osburg und Pluwig wurden die Räume zweimal wöchentlich geöffnet. In Orten wie Kasel, Hinzenburg, Ollmuth, Schöndorf und Holzerath waren die Räume aus unterschiedlichen Gründen geschlossen. Denn auch in den offenen Treffs gibt es Probleme: Insbesondere Jüngere seien mit der eigenen Verwaltung der Räume überfordert. Teilweise seien Grenzen massiv überschritten worden und es kam zu Regelbrüchen. Die Jugendpflege beschäftigt sich genau mit diesen Themen. Manche Projekte konzentrieren sich auf einzelne Gemeinden, andere werden für die Jugendlichen der ganzen Verbandsgemeinde angeboten.

Mit einem gemeinsamen Projekt hat das Team Jugend beispielsweise im Februar 2021 begonnen: dem „Red Hot Chili Pepper Contest – Lust auf kleine Scharfmacher?“. Die Idee dahinter war, dass Jugendliche Chili-Samen aussäen, die Pflanzen groß ziehen und im Spätsommer ernten, diese zu Dips und Saucen verarbeiten und anschließend verkosten.

Die ausführlichen Berichte der Jugendpflege der VG Ruwer mit Informationen zu allen Gemeinden finden Sie hier.