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Jugend : Notwendig und doch zu teuer?

Neue Jugendpflegerstelle: Ausschuss und Kreisverwaltung sind sich in Kostenfragen uneins.

Bei der Kreisverwaltung Trier-Saarburg soll es eine weitere Stelle als Jugendpfleger geben. Damit hat die Mehrheit des Jugendhilfeausschusses dem Vorschlag der Kreisverwaltung Trier-Saarburg widersprochen, aus Kostengründen auf diese zusätzliche Position zu verzichten. Lediglich Landrat Günther Schartz und Wolfgang Benter (beide CDU) votieren in der Sitzung  gegen diesen Vorschlag.

Landrat Schartz stellt gleich zu Beginn des Tagesordnungspunkts fest, dass er nicht daran zweifelt, dass eine solche weitere Arbeitskraft sinnvoll ist. Es seien rein finanzielle Gründe, die dagegensprechen. Denn der Kreistag hat gegen den Rat des Verwaltungschefs im Dezember die Kreisumlage gesenkt (der TV berichtete). Dies wird zur Folge haben, dass der Kreishaushalt vermutlich mit mehr als zwei Millionen Minus abschließen wird. „Ich weiß nicht, ob der Haushalt in der vorgelegten Form von der Kommunalaufsicht so genehmigt wird“, sagt der Landrat. Zumal er davon ausgeht, dass es wegen Veränderungen beim Finanz­ausgleich weitere Verschlechterungen bei den Einnahmen im siebenstelligen Bereich gibt.

Dass es bei der neuen Stelle in der Jugendpflege nur um Kosten von jährlich rund 50 000 Euro geht, spielt für Schartz keine Rolle. Er kündigt in der Sitzung des Ausschusses an, dass weitere Sparmaßnahmen ins Haus stehen. Offen bleibt zudem, ob das beispielsweise auch die Zuschüsse betrifft, die der Kreis zahlt, wenn es um neue Gruppen in Kindertagesstätten geht, über die ebenfalls in der Sitzung gesprochen wird. Schließlich gebe es Landkreise, wo kein Geld fließe.

Diese Gedankenspiele über Haushaltszahlen und weiteren Sparrunden spielen in den Wortbeiträgen zur Ausweitung der Jugendarbeit keine Rolle. Sowohl Vertreter der im Kreistag vertretenen Parteien als auch die von anerkannten Trägern der Jugendhilfe und der Jugendverbände entsandten Ausschussmitglieder sprechen sich einmütig dafür aus, dass künftig eine zusätzliche Kraft die Jugendarbeit auf Kreisebene  verstärkt. So sagt beispielsweise der Schweicher Jugendpfleger Dirk Marmann, dass ungeachtet der Haushaltslage feststehe, dass die neue Jugendpflegestelle notwendig sei. Michael Holstein (FWG) ist der Meinung, dass die zusätzliche Kraft wichtig sei. Denn es gelte, möglichst früh in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu investieren.

Ob es die neue Jugendpflege gibt, ist derweil noch offen. Denn letztendlich entscheidend ist, ob auch der Kreisausschuss und der Kreistag damit einverstanden sind, die neue Stelle zu schaffen.

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