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Infrastruktur
Ruck Zuck kommt das Jugendzentrum

Schweich. Der Schweicher Stadtrat spricht sich für den sofortigen Kauf von Containern aus. Von Albert Follmann
Albert Follmann

Die Stadt Schweich wird bald Container anschaffen. Damit werden übergangsweise Räume für ein Jugendkulturzentrum geschaffen. Der Stadtrat hat kürzlich einstimmig für den sofortigen Kauf der drei jeweils 45 Quadratmeter großen Container gestimmt.

Wie Stadtbürgermeister Lars Rieger mitteilte, ist ein Sofortkauf deshalb möglich, weil die Ausgabe haushaltstechnisch durch Mehreinnahmen von 57 000 Euro bei der Grundsteuer B (für bebaute Grundstücke) abgesichert ist. Die Container kosten netto 28 000 Euro. Zusätzlich soll ein Sanitärcontainer mit Toiletten und Waschbecken für rund 6000 Euro angeschafft werden. Wie Stadtbürgermeister Rieger weiter mitteilte, sollen die drei Container altersbezogen besetzt werden. Wie lange die mobilen Räume als Jugendzentrum dienen, ist davon abhängig, wie lange der Kreis den Holzbau im Bereich Schlimmfuhren noch als Flüchtlingsunterkunft nutzen möchte.

Ziel der Stadt Schweich sei es gewesen, den Mietvertrag, den der Kreis mit der Verbandsgemeinde Schweich abgeschlossen hatte, zu übernehmen und das Gebäude später unter Anrechnung des Mietpreises zu erwerben, berichtete Rieger. Weil dies in absehbarer Zeit aber nicht möglich sei, habe er sich nach Alternativen für ein Jugendzentrum umgesehen.

Alle Ratsfraktionen sprachen sich für einen Sofortkauf der Container aus. Man solle jetzt mit den Jugendlichen und unter Einbeziehung der neuen Jugendpflegerin Vorschläge für eine Umsetzung erarbeiten, sagte FWG-Fraktionschef Johannes Lehnert. CDU-Sprecher Nils Reh sagte, der Anfang sei gemacht. Nun liege es an den Beteiligten, dies zu einer Erfolgstory werden zu lassen.

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Achim Schmitt ist froh, dass eine Lösung gefunden wurde. Allerdings könnten die Container keine Dauerlösung sein; das Holzmodulhaus bleibe das Ziel. Schmitt regte an, die VG und den Kreis bei der Konzeption des Jugendzentrums mit ins Boot zu nehmen. Auch sollte überlegt werden, die Container an der Skate-Plaza aufzustellen. Der Standort Schlimmfuhren sei nicht ideal. Traumatisierte Flüchtlinge neben feiernden Jugendlichen – diese unpassende Konstellation könne unter Umständen auftreten, so Schmitt. Einhellig beschloss der Stadtrat auch eine Nutzungsordnung für die Skate-Anlage. Schon mehrfach war es zu Konflikten zwischen Skatern und anderen Jugendlichen gekommen (der TV berichtete). Nach Partys war das Gelände beschmutzt und mit Glasscherben übersät. Durch eine Benutzungsordnung habe die Stadt mehr Möglichkeiten, die Anlage zu schützen und Verstöße zu ahnden, sagte der Stadtbürgermeister. Geregelt wird unter anderem folgendes: Die Benutzungszeiten sind im Winter von 8 bis 20 Uhr und im Sommer von 8 bis 23 Uhr. Das Befahren der Anlage ist nur zulässig mit Skateboards, Inline­skates, Rollschuhen, BMX-Rädern, Tretrollern und Mountainbikes. Motorisierte Fahrzeuge haben dort nichts zu suchen, ebenso ist das Trinken von Alkohol und das Rauchen auf der Anlage untersagt.  Kinder unter sieben Jahren dürfen den Platz nur im Beisein von Erwachsenen aufsuchen.