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Zum Jubiläum des Exhaus sollen die letzten Bürgerbegehren-Unterschriften folgen

Exhaus : 50 Jahre Exzellenzhaus Trier und 50 Menschen, die dem Verein ein Geburtstagsgeschenk machen sollen

Auch nach fünf Dekaden ist es um das Trierer Jugendzentrum Exzellenzhaus nicht ruhig geworden. Vor 50 Jahren wurde der Verein Exzellenzhaus e.V. gegründet. Doch noch immer fehlen Unterschriften für das geplante Bürgerbegehren.

Das Exhaus Trier hat eine lange Geschichte: „Das Kloster St. Marien wurde bereits im 7. Jahrhundert erbaut. Der Ostflügel dieses Klosters überlebte Krisen und Kriege und ist älter als so manche deutsche Großstadt“, heißt es in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des „Aktionsbündnis Exhaus bleibt!“. Tatsächlich wurde das Gebäude bereits Anfang des 19. Jahrhunderts als Kaserne für Napoléons Truppen genutzt, später auch von der preußischen Armee.

Die Geschichte des Vereins Exzellenzhaus e.V.

Am 09. März 1972 wurde der Verein in Trier gegründet. Damals funktionierte die Stadt Trier als Trägerin des Gebäudes das Exzellenzhaus zum Jugendzentrum um. Heute, 50 Jahre später am 09. März 2022 hätte der Verein Exzellenzhaus e.V. seinen 50. Geburtstag gefeiert - doch der Verein musste im September 2020 aufgelöst werden, die Corona-Pandemie hatte dem Verein mächtig zugesetzt und so ging er insolvent. Doch schon länger steht es um das Gebäude in der Zurmaiener Straße nicht gut. Ab 2018 wurde die Jugendarbeit dort durch Brandschutzmaßnahmen stark eingeschränkt. Danach ging es monatelang, inzwischen bereits jahrelang auf und ab mit dem Trierer Jugend- und Kulturzentrum: Das Exzellenzhaus soll abgerissen werden, doch viele wollen das geschichtsträchtige Gebäude und die dahinterstehende Struktur in dieser Form unbedingt erhalten. Dafür wurde das „Aktionsbündnis Exhaus bleibt!“ gegründet.

Bürgerbegehren und Unterschriftensammlung

Am 20. August 2021 wurde durch das Aktionsbündnis ein Bürgerbegehren gestartet. Doch noch immer fehlen Unterschriften. Rund 4500 Unterstützer sind notwendig, um aus dem Exhaus-Bürgerbegehren einen Bürgerentscheid zu machen. Mit einem solchen Entscheid ist es möglich, dass kontroverse kommunalpolitische Fragen von allen Bürgern entschieden werden. Das wäre eventuell sogar im Rahmen der Wahl des Oberbürgermeisters am 25. September 2022 möglich: „Damit im Falle eines Bürgerentscheids die Wahl zeitgleich mit der Oberbürgermeister*innenwahl stattfinden kann, müssen alle Unterschriften schnellstmöglich der Stadtverwaltung vorliegen.“ Über 3000 Unterschrift seien der Stadtverwaltung am Montag vorgelegt worden. Mitte Dezember waren es nach TV-Informationen 2700 Unterstützer, am 1. Januar hatte der Verein über seine Facebook-Seite das Erreichen der 3000er-Marke kommuniziert.

Jubiläumsaktion: 50 Gratulanten und 1100 Unterschriften

Die Aktion „50 für 22“ bringt nun erneut Dynamik in das Vorhaben. Dabei sollen 50 Personen 22 Unterschriften sammeln und das Bürgerbegehren damit unterstützen - das wären insgesamt 1100 Stück. Und ein weiterer großer Schritt in Richtung Bürgerentscheid. Während der erneuten Corona-Welle und durch die Kontaktbeschränkungen seien die Unterschriftensammlungen ins Stocken geraten. „50 für 22 ist jetzt eine super Aktion, um die Sache nochmal ins Rollen zu bringen“, sagt Sabine Dengel, Vertretungsberechtigte des Bürgerbegehrens.

Per Mail können sich Interessierte an der Aktion beteiligen und sich für die Kultur- und Jugendarbeit in Trier einsetzen. Ob das Exhaus auch diese Krise übersteht, bleibt nach wie vor abzuwarten.