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Julia Lübcke heißt die neue Güterdirektorin der Bischöflichen Weingüter

Kostenpflichtiger Inhalt: Weinwirtschaft : Frau an der Spitze der Bischöflichen Weingüter

Die Bischöflichen Weingüter haben eine neue Leitung. Julia Lübcke, ehemalige Geschäftsführerin des Karthäuserhofes in Trier-Eitelsbach, startet am 1. Mai als neue Güterdirektorin auf Zeit.

Erst tut sich monatelang nichts, und dann taucht die neue Führungskraft für die Bischöflichen Weingüter ausgerechnet aus der Region Trier auf: Weinbauingenieurin Julia Lübcke übernimmt als Interimsmanagerin die Geschäftsführung der Bischöflichen Weingüter ab 1. Mai bis vorerst 31. Oktober 2020. Lübcke ist keine Unbekannte in der hiesigen Weinbranche. Die 50-Jährige gebürtige Wuppertalerin war drei Jahre lang Geschäftsführerin des VDP (Verband der Prädikatsweingüter)-Weingutes Karthäuserhof in Trier-Eitelsbach und verließ den Betrieb erst vor kurzem.

Ihr neuer Chef, Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Weingüter, kann erst mal durchatmen: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Frau Lübcke und kann ihr ein gut aufgestelltes Weingut übergeben.“

Gleichzeitig dankte er dem stellvertretenden Geschäftsführer der Bischöflichen Weingüter, Udo Zimmer, der „mit bewundernswertem Einsatz und Verantwortungsbewusstsein“, unterstützt von den Mitarbeitern der Weingüter, das Unternehmen in der Vakanz geleitet habe.

Unter neuer Führung: Die Bischöflichen Weingüter Trier in der Gervasiusstraße. Foto: TV/Verona Kerl

Diese hat inzwischen sieben Monate gedauert (der TV berichtete). Als zum 30. September 2019 der langjährige Güterdirektor Karsten Weyand den Betrieb verließ, war von Plettenberg zunächst noch zuversichtlich, schnell einen Nachfolger zu finden. Doch die Monate gingen ins Land und kein Güterdirektor war in Sicht. Experten aus der Weinbranche rätselten, woran dies liegen könnte. Ist doch das 98 Hektar große Weingut mit herausragenden Lagen an Mosel, Saar und Ruwer einer der größten Betriebe in der Region und darüber hinaus sehr renommiert.

Nun hat Julia Lübcke gute Chancen, mit ihren Ideen, Führungskompetenzen und ihrem Know-how zu punkten, um so nach Ablauf ihres sechsmonatigen Vertrages weiter die Geschicke der Bischöflichen Weingüter mitzubestimmen. Auf die neue Herausforderung ist sie gespannt: „Meine anfängliche Skepsis ist Neugier, Sympathie und Freude gewichen. Ich freue mich, das kulturelle Erbe mitgestalten zu können.“ Eine Frau als Güterdirektorin gab’s bisher allerdings noch nie. Steht sie da nicht unter besonderer Beobachtung?

Julia Lübcke lacht. „Ich bin jetzt 50. Ich habe 1991 ein Praktikum auf einem Weingut absolviert und 1992 mein Studium an der Fachhochschule in Geisenheim begonnen. Da waren wir drei Frauen. Und so ging es in meinem Berufsleben weiter. Wenn ich für Frauen ein Zeichen setzen kann, freut mich das.“

Allerdings, betont sie, werde sie sich nicht verstellen. Sie versuche stets Konsens zu finden und das Team mitzunehmen. „Ich kommuniziere immer aktiv und führe mit Energie und ruhiger Hand.“ Und so zollt sie ihren künftigen Mitarbeitern schon jetzt Respekt: „Da ist sehr viel gute Arbeit gemacht worden. Allen Mitarbeitern muss man großen Dank aussprechen. Die haben das gut gemanagt, was zeigt, dass es ein gutes Team ist.“

Dass man sich mit Julia Lübcke zunächst auf eine befristete Übertragung der Leitung verständigt habe, hänge mit den derzeitigen Umständen durch die Corona-Krise zusammen, betont Generalvikar von Plettenberg:

Die sonst in solchen Bewerbungsverfahren üblichen umfangreicheren Abläufe hätten nicht durchgeführt werden können, erläutert der Generalvikar. Eine längerfristige Zusammenarbeit wird von beiden Seiten ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

Kommt es dazu, steht spätestens dann auch die Neubesetzung des Vertriebs- und Marketingleiters an. Auch diese Stelle ist seit dem 30. September 2019 vakant, als Alexander Jelen das Unternehmen verließ.