Junge Polizisten gesucht

Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier arbeiten landesweit im Schnitt die ältesten Beamten. Polizeipräsident Manfred Bitter will der ungünstigen Altersstruktur und deren Folgen mit verschiedenen Aktionen begegnen.

Trier. (fcg) Zu wenige Polizisten im Land, zu viele Überstunden und damit zu hohe Belastungen, zu viele Krankheitsfälle: Die CDU-Landtagsfraktion hat vor wenigen Tagen ein düsteres Bild der personellen Polizeiausstattung im Land gezeichnet und der Landesregierung diesbezüglich "Versagen" vorgeworfen, was Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) strikt zurückgewiesen hat (der TV berichtete). Bemerkenswert sind einige von der CDU in einer Informationsschrift verbreitete Daten für den Bereich des Polizeipräsidiums (PP) Trier. Auf TV-Anfrage äußert sich dazu Polizeipräsident Manfred Bitter.

Nach Angaben der CDU, die sich ihrerseits auf Auskünfte der Landesregierung beruft, stellt sich die Altersstruktur der Beamten im PP Trier besonders ungünstig dar. "Das ist richtig", bestätigt Polizeipräsident Manfred Bitter. Dem Problem werde "mit einer Reihe von Gegenmaßnahmen" begegnet. So würden 50 Prozent der jährlichen Personalzugänge für das PP Trier von der Landespolizeischule ausgewählt und eingestellt. Die zweite Hälfte des Nachwuchses rekrutiere sich aus Versetzungsbewerbungen aus allen Teilen des Landes, wobei das Alter dieser Bewerber durchschnittlich klar unter dem Altersschnitt des PP Trier liege.

Sportangebote und flexible Arbeitszeiten



Außerdem werde angestrebt, durch präsidialinterne Umsetzungen eine homogene Altersstruktur in allen Dienststellen zu erzielen. Im Ergebnis werde sich das Durchschnittsalter der Beamten im PP Trier in den kommenden zehn Jahren reduzieren.

Die derzeit hohe Altersstruktur stellt auch eine Ursache für die über dem Landesdurchschnitt liegende Krankenrate dar. Auch hier handeln die Verantwortlichen. "Das Angebot im Bereich des Gesundheits- und Präventionssports wurde deutlich verbessert, ebenso wie die Möglichkeiten für die Beamten, Dienstsport zu betreiben", berichtet der Polizeipräsident. Laut Bitter gibt es weitere Maßnahmen wie "die Flexibilisierung der Arbeitszeit, betriebliche Eingliederungsmaßnahmen nach längerer Krankheit und die Möglichkeit der veränderten Arbeitsplatz- und Dienstzeitgestaltung aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen".

Eine insgesamt höhere Arbeitsbelastung der Polizisten durch die Übernahme weiterer Aufgaben (Einsätze bei großen Musikfestivals, Fußball- und anderen Sportveranstaltungen) verhehlt der Trierer Polizeipräsident nicht. "Die Polizei hat sich immer wieder auf neue gesellschaftliche Entwicklungen und Kriminalitätsphänomene einzustellen", sagt er. Dazu zählten beispielsweise die steigende Internetkriminalität oder der Zeugenschutz. Allerdings seien Sondereinsätze im Bereich des PP Trier "eher seltener der Fall".