Junge Sänger proben mit Passion

Sie haben sich viel vorgenommen. 60 junge Sängerinnen und Sänger proben seit zweit Monaten zweimal wöchentlich, um am Palmsonntag die Johannespassion von Bach im Trierer Dom aufzuführen.

 60 Jugendliche aus der Region proben seit über zwei Monaten Bachs Johannespassion. TV-Foto: Benedikt Nabben

60 Jugendliche aus der Region proben seit über zwei Monaten Bachs Johannespassion. TV-Foto: Benedikt Nabben

Trier. Es ist ein kalter Winterabend - die Stadt ist dunkel und leer. Doch hinter dem Dom, in der Chor-Aula der Dom-Singschule, brennt noch Licht. Schon von Weitem ist Gesang vernehmbar. 60 junge Sängerinnen und Sänger haben sich zusammen mit Domkantor Thomas Kiefer ein hohes Ziel gesetzt: "Wir haben uns als Projekt eines der bekanntesten Chorwerke der Musikgeschichte ausgesucht - die Johannespassion von Johann Sebastian Bach", erzählt Kiefer.

"Der Chor besteht aus Kindern und Jugendlichen aus der Region Trier", sagt der Chorleiter. "Den Kern bildet die Jugendkantorei des Trierer Doms. Für dieses große Projekt konnten wir noch weitere Jugendliche aus den Trierer Schulen dazugewinnen." Aufgeführt werden soll das etwa zweistündige Werk am Palmsonntag, 28. März, im Trierer Dom.

"Je besser wir das Werk kennen, desto schöner klingt es. Man hört die Fortschritte", sagt Anna Willem (19). Auch von der Gruppendynamik im Chor ist sie angetan: "Durch dieses Projekt lernt man viele nette Leute kennen, das macht mir sehr viel Spaß."

Seit zwei Monaten laufen die Probenarbeiten. Alle Musiker sind zweimal pro Woche für je eine Stimm- und eine Gesamtprobe gefordert.

In den vergangenen Monaten haben sie sich das Werk Ton für Ton erarbeitet. "Wir sind gut gerüstet, so dass wir im Januar auf einem ordentlichen Grundniveau detailliert weiterarbeiten können", sagt Kiefer.

Auch die jungen Sänger sind von Bachs Werk angetan. "Mir gefällt an der Johannespassion besonders gut, dass keine Stimme nebensächlich ist und alle Stücke sehr abwechslungsreich sind", erzählt die Altistin Hannah Treis (17).

Solch ein umfangreiches Werk mit einem so großen Chor aufzuführen, das ist auch für Domkantor Thomas Kiefer eine Premiere. Dennoch ist er vom Fortschritt seiner Sänger angetan und sieht der Aufführung gespannt entgegen: "Es ist wirklich ein kleiner Lebenstraum von mir, und es freut mich, dass so viele mitmachen."