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Junge Triererin in Terrorcamp ausgebildet?

Junge Triererin in Terrorcamp ausgebildet?

Weil sie möglicherweise Kontakt zu radikal-islamistischen Salafisten hat und vielleicht in Syrien an Waffen ausgebildet wurde, steht eine 19-jährige Muslimin aus Trier im Visier des rheinland-pfälzischen Staatsschutzes.

Es kommt nicht allzu oft vor, dass die Koblenzer Staatsanwaltschaft wegen eines Vergehens nach Paragraf 89 a des Strafgesetzbuches ermittelt. In dem Paragrafen geht es um die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Eine solche Tat ist laut Gesetz eine Tat, die "bestimmt und geeignet ist, den Bestand oder die Sicherheit eines Staates oder einer internationalen Organisation zu beeinträchtigen oder Verfassungsgrundsätze der Bundesrepublik Deutschland zu beseitigen, außer Geltung zu setzen oder zu untergraben".

Genau deswegen ermittelt die Koblenzer Staatsanwaltschaft, die für den Staatsschutz zuständig ist, seit Herbst vergangenen Jahres gegen eine 19-jährige Abiturientin aus Trier. Die Muslimin soll sich längere Zeit in Syrien aufgehalten haben. Es werde geprüft, ob die junge Frau in dem Bürgerkriegsland den Umgang mit Waffen und Sprengstoff erlernt hat, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft unserer Zeitung. Auch werde ermittelt, ob sie Kontakt zu den radikal-islamistischen Salafisten hatte. Ob sich die Frau, die sich mittlerweile in Nordrhein-Westfalen aufhalten soll, strafbar gemacht hat, stehe aber noch nicht fest, so der Behördensprecher.

Salafisten gelten als ultrakonservative und teils auch gewaltbereite Strömung des Islam. Ihnen wird auch eine Verbindung zum islamistischen Terrornetzwerk Al Qaida vorgeworfen. Laut Verfassungsschutzbericht 2012 gibt es in Rheinland-Pfalz circa 65 Salafisten, bundesweit rund 4500. Der Zulauf zu der Bewegung im Land hält sich laut den Verfassungsschützern allerdings in Grenzen.

Im Falle der 19-jährigen Triererin seien die Hinweise aus deren Familie gekommen, die laut Staatsanwaltschaft aber nicht dem Salafisten-Umfeld zu zurechnen sei.