Viezjupp: „Just sing“ mit Bärbel

Viezjupp : „Just sing“ mit Bärbel

Bärbel singt. Unter der Dusche, beim Kochen, beim Rasenmähen. Sogar, wenn sie auf Toilette geht. Fastnachtslieder, Schlager, Popsongs, Kirchenchoräle. Alles querbeet. Singen mache ihr einfach Spaß, sagt sie.

Mich stört ihr Hobby wenig, solange sie dabei Türen und Fenster fest hinter sich zumacht.

Doch vor einer Weile verkündete sie aufgeregt: „Jupp, weißt du was? Ich gehe in den Domchor. Die können jemanden wie mich sicher gut gebrauchen. Mein hohes C ist doch echt legendär.“

Legendär schauderhaft, ja. Aber, ob der Domkapellmeister derselben Meinung sein wird wie mein holdes Weib, wage ich doch sehr zu bezweifeln. „Magst du nicht erst mal ein paar Nummern kleiner anfangen und vielleicht bei Julia Reidenbachs Gesangsparty „Just sing“ in der Tufa mitmachen?“, schlug ich vor. „Pfffff“ schnaufte Bärbel und verzog verächtlich ihr Gesicht. „Über dieses Stadium bin ich doch längst hinaus. Nein, ich singe im Domchor und trete bei deren Konzerten gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier auf, mit Solisten, mit Weltstars. Vielleicht werde ich sogar entdeckt?!“

An diesem Punkt fing ich an, mir ernsthaft Sorgen um Bärbel zu machen. Tatsächlich schlich sie tagelang um das Chorhaus herum. Hörte von draußen dem Gesang durch die offenen Fenster zu, ging aber nicht zur Probe. „Wann hast du denn jetzt deinen ersten Auftritt?“, habe ich lauernd gefragt. „Ach, weißt Du, Jupp“, antwortete sie lapidar, „ich hab’s mir anders überlegt. Chorsingen ist doch nicht das richtige für mich. Ich konzentriere mich auf Sologesang.“  Ich fand das ganze merkwürdig. Doch Bärbel nicht: „Weißt Du, dieser gutaussehende nette Dieter Bohlen sucht doch immer Deutschlands Superstar. Wenn ich bei dem keine Chancen habe...“

Darauf einen Viez. Prost!