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Kämpfer für den deutschen Riesling

Kämpfer für den deutschen Riesling

TRIER. Es gibt einen regelrechten Riesling-Boom im Ausland. National müsste jedoch mehr für Qualität und Renommee des deutschen Rieslings getan werden. Bei der Fachtagung von "Pro Riesling" wurde deshalb über "Rieslingerfolge international" diskutiert. Vier Riesling-Förderpreise für besonderes nationales Engagement für das Spitzenprodukt wurden verliehen.

Der deutsche Wein ist ein Exportschlager, besonders der Riesling erfreut die Gaumen der Weinliebhaber weltweit. Allein von der Mosel gehen über 30 Prozent der Erzeugnisse ins Ausland. Der deutsche Riesling werde es in Zukunft in den Regalen mit der Konkurrenz, etwa aus Australien, zu tun bekommen, "während wir über Flaschenformen oder traditionelle und bunte Etiketten diskutieren", sagte Claus Piedmont, Zweiter Vorsitzender von "Pro Riesling".Riesling und Deutschland sind untrennbar

Fürchten müsse der deutsche Riesling die Konkurrenz nicht, obwohl "die Australier sehr viel Geld in die Werbung stecken werden", erklärte Diskussionsteilnehmer Thomas Schmitt von der Großkellerei und Weinexport Schmitt Söhne aus Longuich. Aber "der Riesling ist die Nummer eins in der Welt mit seiner engen Verbindung zu Deutschland, wie es sie sonst vielleicht nur noch zwischen Grünem Veltliner und Österreich gibt", erklärte David Oesterreich. "Wir schaffen es schaffen, das in den Köpfen zu verankern und mehr Geld investieren", sagte Schmitt. David Oesterreich ist einer der Preisträger der diesjährigen Riesling-Förderpreise des Vereins "Pro Riesling", die in den Sparten Fachhandel, Gastronomie, Sommelier und Publizistik seit 1988 vergeben werden. Neben dem Sommelier Oesterreich vom Hotel Kempinski in Falkenstein erhielten Stefan Weiß, seit 1996 für die Weinauswahl als Einkäufer und stellvertretender Ladenleiter für das Haus Alois Dallmayr in München tätig, Josef Laufer, Chef vom Restaurant und Hotel "Zum Krug" in Hattenheim und seit 36 Jahren Kämpfer für den Riesling, sowie Journalist und Publizist Daniel Deckers die Auszeichnung. In der vorhergehenden Mitgliederversammlung verabschiedete der Verein seinen langjährigen Schatzmeister und Geschäftsführer Norbert Neuhaus. Der ehemalige Trierer Wirtschaftsdezernent hatte sein ehrenamtliches Engagement 14 Jahre lang in den Dienst des Rieslings gestellt. Er kann auf eine "erfolgreiche Tätigkeit" zurückblicken. "Der Riesling ist zunehmend im Kommen, auch weltweit. Daran haben viele gearbeitet, vor allem die jungen Winzer, aber auch wir. Der Erfolg hat viele Väter", erklärte der 50-Jährige. Der Verein habe mittlerweile, seit seiner Gründung im Jahr 1985, eine bestimmte Größe erreicht, "so dass wir stärker präsent sein, strategische Partnerschaften verfolgen und mehr an die Öffentlichkeit gehen können".Norbert Neuhaus legt sein Amt nieder

Denn gerade im eigenen Land gäbe es noch viel an der Qualitäts- und Renommee-Steigerung zu arbeiten. Deswegen werden von "Pro Riesling" auch keine einzelnen Weine prämiert. "Ein einzelner Wein kann auch mal nur ein Zufallstreffer sein", so Neuhaus. Viel mehr zähle für den Verein, "wie der Winzer, Gastronom oder Betrieb zum Produkt Wein steht". Norbert Neuhaus hat sein Amt aufgegeben, weil er als Generalsekretär des internationalen Hilfswerks päpstlichen Rechts "Kirche in Not" neue berufliche Wege einschlägt. Als sein Nachfolger wurde während der Mitgliederversammlung Peter Rotthaus zum Schatzmeister gewählt.