Kämpfer für die kleinen Leute

Kämpfer für die kleinen Leute

Kaplan Georg Friedrich Dasbach war "einer der wichtigsten Baumeister des sozialen und politischen Katholizismus in Deutschland", sagte Historiker Professor Wilfried Loth von der Universität Duisburg-Essen bei einer Gedenkveranstaltung des "Paulinus" und der Pfarrei Liebfrauen anlässlich des 100. Todestags von Dasbach.

Trier. (red) Dasbach habe das kirchliche und politische Leben an Mosel und Saar in der Zeit des deutschen Kaiserreiches in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts "geprägt wie kein zweiter", sagte Loth. Der am 11. Oktober 1907 im Alter von 60 Jahren gestorbene Priester gründete in der Zeit des Kulturkampfs 1875 das "Sankt Paulinus Blatt", die heutige Trierer Bistumszeitung "Paulinus". Neben dem "Paulinus" gründete oder sanierte Dasbach weitere Zeitungen, unter anderem die St. Johanner Volkszeitung in Saarbrücken, die Neunkirchener Zeitung oder die "Märkische Volkszeitung" in Berlin. Darüber hinaus betätigte sich der Priester auch politisch. Für die Zentrumspartei saß er sowohl im preußischen Landtag als auch im Reichstag. Als Verleger sei es ihm um die Mobilisierung der katholischen Wähler gegangen, als Politiker habe er sich um die Belange der unteren Volksschichten bemüht. In seiner Predigt in einem Pontifikalamt in St. Gangolf bezeichnete Bischof Reinhard Marx Dasbach als "Kämpfertyp", der auf der Basis eines festen Glaubens und einer tiefen Frömmigkeit für die Belange der Kirche eingetreten sei. Der "Paulinus" wisse sich auch heute dem Erbe Dasbachs verpflichtet, sagte Chefredakteur Bruno Sonnen beim Festakt in Liebfrauen.

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