Kaffee-Kooperation unterstützt Kolumbianer

Trier · Nach Trier-Schokolade und Porta-Nudeln gibt es nun einen Stadtkaffee. Das Besondere: Er kommt ohne teure Zwischenschritte nach Trier, und ein Euro pro verkauftem Kilo Stadtkaffee fließt in nachhaltige Projekte.

Hermann Anell, der den Weltladen betreibt, und Charlotte Kleinwächter von der Lokalen Agenda erklären Josephine Kissmer, Praktikantin bei der Lokalen Agenda, die Schritte, die der faire Trierer Stadtkaffee bis zum Verbraucher zurücklegt (von links nach rechts). TV-Foto: Louisa Klein

Trier. Kaffee ist nach Erdöl das meist gehandelte Produkt der Welt. Kein Wunder, dass viele Menschen an seinem Absatz mitverdienen wollen. So bleibt meist nicht viel für die Bauern übrig, die den Kaffee anbauen. Nicht so beim Trierer Stadtkaffee, den eine Kooperation zwischen Weltladen, Lokaler Agenda 21 und dem Kaffee-Importeur und -Röster Mondo del Caffè hervorgebracht hat.
Der Kaffee kommt direkt von den Fincas in Kolumbien, wo er angebaut wird, über den Hamburger Hafen nach Echternach in die Mondo-del-Caffè-Rösterei. "Normalerweise wechselt der Kaffee, sobald er im Hamburger Hafen angekommen ist, noch bis zu acht Mal den Besitzer," erklärt Hermann Anell, Betreiber des Weltladens. "Und die wollen natürlich alle an dem Kaffee mitverdienen. Da auf dem Weltmarkt aber immer nur ein bestimmter Preis zu erzielen ist, bleibt so immer weniger für den Kaffeebauer übrig."
Damit die Kaffeebauern für den Trierer Stadtkaffee einen fairen Preis bekommen, bezieht die Trie rer Kooperation ihren Kaffee direkt von den Bauern in Kolumbien, mit denen Alfons Schramer vom Mondo del Caffè Geschäftsbeziehungen pflegt. Der Kaffee wird auf drei Fincas in der Nähe der Stadt Medellin biologisch angebaut, auch die Produktions- und Handelsbedingungen werden überprüft.
Der Stadtkaffee komme gut bei den Trierern an, sagt Weltladen-Betreiber Anell. "Viele unserer Stammkunden sind komplett auf den Stadtkaffee umgestiegen." Auch Trierer Lokale, beispielsweise das Simplicissimus, haben mittlerweile den Stadtkaffee im Angebot.
Pro verkauftem Kilo fließen 50 Cent direkt an die Produzenten in Kolumbien zurück, die damit eigene Projekte, etwa im Bildungsbereich, finanzieren können. Weitere 50 Cent fließen in den Projektfonds "VonFürTrier", aus dem Nachhaltigkeit in der Region unterstützt wird.
Den Stadtkaffee gibt es in ganzen Bohnen oder gemahlen beim Weltladen, dem Mondo del Caffè und anderen Partnern.
Eine Liste aller Verkaufsstellen, die genaue Beschreibung, wie der Stadtkaffee nach Trier kommt, sowie die Preiskalkulation für den fairen Kaffee findet man im Internet unter
www.vonfuertrier.de