Kahlschlag durch "Kyrill"

Etliche Bäume fallen um, Garagendächer werden abgedeckt, es kommt zu zahlreichen Unfällen und in Teilen von Trier-Saarburg sogar zum Stromausfall. Genau ein Jahr ist es her, dass der Orkan "Kyrill" über Europa hinwegfegte und auch in Trier und Trier-Saarburg erheblichen Schaden anrichtete.

Trier/Trier-Saarburg. Der Name klingt ganz harmlos: Vom griechischen "cyrillos" - "der Herrliche" - leitet sich "Kyrill" ab. Doch alles andere als herrlich war das, was sich am 18. Januar 2007 in Trier und Trier-Saarburg abspielte. Ein Rückblick: 18. Januar 2007

Der Orkan könnte mit Windgeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern über Trier und Umgebung rauschen, warnen Meterologen im Vorfeld, gerade die Flusstäler könnten wie Trichter wirken, die den Sturm noch verstärken. Die Region ist gewappnet: Feuerwehren, Polizei und Straßenmeistereien befinden sich in Alarmbereitschaft. Und sie werden gebraucht, als "Kyrill" am späten Mittag des 18. Januars 2007 den Kreis Trier-Saarburg und die Stadt Trier erreicht. Umgewehte Bäume versperren Bahnstrecken und blockieren mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Ein Baum kracht auf das Schulgebäude des Jugendhilfezentrums "Haus auf dem Wehrborn" - zum Glück wird niemand verletzt. Mehrere Strommasten kippen um, in Teilen der Verbandsgemeinden Hermeskeil und Saarburg fällt mehrere Stunden die Stromversorgung aus. Einige Schulen beenden den Unterricht früher, in der Trierer Innenstadt schließen viele Geschäfte vorzeitig. Die Bahn hat den Schienenverkehr vorübergehend eingestellt - 70 Reisende sitzen am Trierer Hauptbahnhof fest. Acht von ihnen verbringen die Nacht auf Feldbetten bei den Maltesern in Irsch. Nur ein kleiner Auszug dessen, wie "Kyrill" Trier und Umgebung in Atem hält.Es hätte schlimmer kommen können

Und dennoch: Nach dem Sturm ist kollektives Aufatmen angesagt. Der Orkan hat in Trier und Trier-Saarburg bei weitem nicht so verheerend gewütet wie in anderen Teilen von Rheinland-Pfalz. "Kyrill ist an uns vorbeigegangen", sagt der Trierer Pressesprecher Ralf Frühauf. Über 1,5 Millionen Festmeter Holz bringt der Sturm landesweit zu Fall - hauptsächlich Fichten, da diese Flachwurzler sowie immergrün sind und damit dem Sturm mehr Widerstandsfläche bieten. Nur 56 000 Festmeter fallen im Bereich Trier und Trier-Saarburg. "Wir waren nicht außerordentlich betroffen", erinnert sich Gundolf Bartmann, Leiter des Forstamts in Trier. Auch sein Kollege Helmut Lieser, Forstamtsleiter in Saarburg, sagt ein Jahr nach dem Orkan: "Der Schaden ist nicht zu vergleichen mit dem, den es nach den Stürmen ,Vivian' sowie ,Wiebke' 1990 und ,Lothar' 1999 gab." Besonders erfreulich: Niemand wurde ernsthaft verletzt. Auch die Schäden im Wald sind längst beseitigt. Allerdings wissen die Forstamts-Mitarbeiter, dass im Zeichen des Klimawandels die Stabilisierung der Wälder oberstes Ziel ist. Aus den reinen Fichtenwäldern sollen langfristig Mischbestände werden mit Bäumen, die widerstandsfähiger sind und besser mit wärmerem Klima zurecht kommen. Extra Folgen des Orkans "Kyrill" in Deutschland: Elf Menschen starben bundesweit vor einem Jahr im Sturm "Kyrill". Der Orkan deckte Hausdächer ab, knickte Ampeln, zerstörte ganze Waldgebiete und brachte in Deutschland das öffentliche Leben über Stunden zum Erliegen. Die höchste Windgeschwindigkeit mit 198 Stundenkilometern wurde auf dem Brocken im Harz gemessen. In Nordrhein-Westfalen brachte es "Kyrill" zwar nur auf Tempo 144, dennoch wurden an Rhein und Ruhr die meisten Schäden verzeichnet. Allein in diesem Bundesland brachte der Orkan rund 15 Millionen Festmeter Holz zu Fall. Insgesamt schätzt das Bundeslandwirtschaftsministerium den Schaden von "Kyrill" in Deutschland auf 4,7 Milliarden Euro.