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Kalt erwischt in der Hitzeschlacht

Kalt erwischt in der Hitzeschlacht

Mit 8500 Besuchern blieb Triers zweites Römerfest deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Macher hadern mit dem Wetter, aber auch mit ihrer Terminwahl.

Trier Die Ernüchterung kam bei der ersten Analyse. 8500 Besucher hat das zweite Römerfest in den Kaiserthermen verzeichnet. "Diese Zahl macht mich ratlos", gesteht Thomas Metz (62), Chef der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), die das Historienspektakel veranstaltet hat. Ratlos, weil sie in krassem Gegensatz zu den Erwartungen steht.
Rückblende: Im Juli 2016 veranstaltete die GDKE erstmals das Trie rer Römerfest - mit überragendem Erfolg. An zwei Tagen, einer davon völlig verregnet, kamen 11 000 Besucher. Diesmal gab es drei Veranstaltungstage (Fronleichnam und das darauffolgende Wochenende) und auch mehr Akteure (300 gegenüber 230 im vergangenen Jahr), doch die Hoffnungen auf größeren Publikumszuspruch erfüllten sich nicht. Was aus Metz' Sicht "in zweifacher Hinsicht bedauerlich ist". Zum einen, weil die GDKE 15 000 Besucher benötigt hätte, um die Kosten zu decken. Zum anderen, "weil das Programm gegenüber der Premiere deutlich ausgereifter war und es auch ein größeres pädagogisches Angebot für Kinder gegeben hat. Es war inhaltlich einfach eine rundum gelungene Sache". Diese Einschätzung teilten sowohl die Akteure als auch die Besucher. Das Vorhaben, römisches Leben an authentischer Stätte zu präsentieren, ist im besten Sinne aufgegangen. Auch in der Frage, wieso denn der Andrang vergleichsweise mau war, herrscht im Nachhinein weitgehend Einigkeit. "Der Termin war nicht glücklich. Dazu kam die extreme Hitze", sagt Metz.
Das Terminproblem: Trier erlebte ein außerordentlich veranstaltungsreiches Wochenende. Porta{+3}-Festival, Fußballturnier im Palastgarten, 200-Jahr-Feier der evangelischen Kirchengemeinde und und und. Da war das Römerfest vielfach nur zweite Wahl, zumal die 7000 Quadratmeter große Veranstaltungsfläche keinen natürlichen Schatten bietet. Bei den Mitgliedern der Legionärsgruppen machte schon am ersten Tag der Begriff "Hitzeschlacht" die Runde.
Auch Historienevent-Macher Hermann Klinkhammer (Mechernich/Nordrhein-Westfalen), den die GDKE erneut als Programmkoordinator engagiert hatte, spricht von einem "nicht optimalen Termin. Vor allem das internationale Publikum fehlte. 2016 waren viele Besucher aus den Benelux-Staaten und Frankreich da. Aber da hat das Römerfest in den Ferien stattgefunden".
Das wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im kommenden Jahr. Dass es eine dritte Auflage geben wird, steht außerfrage. Schließlich hat sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim Festbesuch klar zum Veranstaltungsformat bekannt, mit dem sich Trier noch mehr als "Zentrum der Antike" profilieren könne. Metz denkt bereits halblaut über das "letzte Sommerferienwochenende" (4./5. August 2018) nach. Das aber sei noch ebenso wenig entschieden wie die Frage, ob es vielleicht wieder einen dritten Veranstaltungstag geben werde.
Von den 300 Römerdarstellern in diesem Jahr - darunter Polen, Tschechen, Schweizer, Österreicher, Niederländer und Franzosen - "wären die allermeisten gerne wieder mit von der Partie", sagt Programmmacher Klinkhammer. "Die waren trotz Hitze begeistert, eben weil es keines der üblichen kommerziellen Festivals ist, sondern es darum geht zu zeigen, wie antikes Leben wirklich war."