1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Kammer kämpft für Handwerkerpark

Kammer kämpft für Handwerkerpark

TRIER. Seit die UBM-Fraktion im Stadtrat Trier in Frage gestellt hat, ob sie den Handwerkerpark Trier-Feyen weiter unterstützen wird (der TV berichtete), glühen die Telefondrähte. Hans-Hermann Kocks, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK), appelliert an alle Fraktionen, sich hinter das Projekt zu stellen und "diese Chance zu nutzen".

Kocks findet dabei deutliche Worte. "Sollte der Gewerbepark aus politischen Gründen nicht realisiert werden können, würde dem Vertrauen der Unternehmen in die Bereitschaft der Politik, die Wirtschaft im Oberzentrum zu fördern, schwerer Schaden zugefügt." UBM-Fraktions-Chef Manfred Maximini hatte vor allem beklagt, dass "nicht nur die Handwerksbetriebe, sondern auch die politischen Befürworter seit sechs Jahren immer wieder vertröstet werden". Wenn die UBM sich den Gegnern des Projekts - SPD und Bündnis 90/Die Grünen - anschließt, gibt es keine Mehrheit für die Baubeschlüsse. Das wäre das Ende des Parks. Eine Entscheidung soll nach der Diskussion in der heutigen Ratssitzung (17 Uhr) fallen. Die Gegner kritisieren vor allem, dass es keine erkennbare Nachfrage regionaler Handwerksbetriebe gebe, die in die alte Castelnau-Kaserne in Feyen umziehen wollen. Dem widerspricht Hans-Hermann Kocks: "Die Stadt Trier ist im Besitz einer Liste von Unternehmen, die an einer Betriebsansiedlung interessiert sind." Eine Veröffentlichung dieser Namensliste sei jedoch "abwegig". Der Hauptgeschäftsführer der HWK präzisiert: "Investitionen sind Vertrauenssache, die nicht auf dem freien Markt ausgetauscht werden, zumal sich Unternehmen nicht zum Gegenstand politischer Diskussionen machen wollen." Außerdem stehen, so Kocks, die konkreten Bedingungen des Angebots in Feyen noch nicht fest. "Deshalb kann es verbindliche und gegebenenfalls gerichtlich einklagbare Ansiedlungszusagen einzelner Betriebe jetzt noch nicht geben." Aus Sicht der Stadt scheinen die konkreten Bedingungen jedoch bereits vorzuliegen. Wirtschaftsdezernentin Christiane Horsch hatte dem Stadtrat bereits im November 2005 erklärt, der Quadratmeter-Preis im Handwerkerpark liege bei 35 Euro und sei auch in dieser Höhe "in die Berechnungen eingeflossen".