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Kammern beraten Firmen in der Grenzregion

Kammern beraten Firmen in der Grenzregion

Betriebe in der Region Trier profitieren vom europäischen Absatzmarkt. Doch Regelungen aus Brüssel und unterschiedliche Rechte können zum Hindernis werden. Das Europa- und Innovationscentre (EIC) Trier berät Unternehmen im Auslandsgeschäft.

Trier. In welchem Land benötige ich ein Gesundheitszeugnis, welche Umsatzsteuersätze gelten in Frankreich und Luxemburg und wie werden eigentlich öffentliche Aufträge im europäischen Wirtschaftsraum vergeben? Von 3,5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr würden die Mitgliedsunternehmen der Handwerkskammer ein Siebtel in Luxemburg erwirtschaften, sagt Manfred Bitter, Geschäftsführer der HWK, zur zunehmenden Bedeutung europäischer Absatzmärkte für das hiesige Handwerk. Zur Unterstützung der im Ausland tätigen Betriebe bieten Handwerkskammer sowie Industrie- und Handelskammer mit dem gemeinsamen Europa- und Innovationscentre (EIC) Beratungs- und Dienstleistungsangebote an. Denn bei 28 Staaten gebe es auch 28-mal Wirtschaftsrecht, beklagt Christina Grewe, Geschäftsführerin des EIC. "Es gibt Besteuerungskonflikte, sobald man die Grenze übertritt." Nicht das EU-Recht sei das große Problem, sondern die unterschiedlichen Regelungen der Nationalstaaten, sagt Grewe. Gerade in der Grenzregion Trier stehen Unternehmen oft vor bürokratischen Hürden. Als Folge von Verstößen gegen die jeweiligen Landesregelungen drohen den Unternehmen hohe Bußgelder.Das seit 2013 bestehende EIC bietet den Betrieben bei der Markterschließung im europäischen Ausland Unterstützung an. Mit Infobroschüren und persönlichen Gesprächen berät es die Mitgliedsbetriebe, auch kleine und mittelständische Unternehmen. Aufgrund der 2000 Anfragen, die das EIC jährlich beantwortet, wurde das Angebot nun ausgeweitet. Veranstaltungen und Schulungen zu Themen wie Arbeits- und Vergaberecht werden kostenpflichtig angeboten. Mittlerweile habe das EIC gute Kontakte zu verschiedenen Behörden aufgebaut, so dass auch Dienstleistungen in diesem Bereich angeboten werden. In Zusammenarbeit mit der EU-Kommission befragt das EIC rheinland-pfälzische Unternehmen zur Praxistauglichkeit geplanter EU-Rechte und meldet Beschwerden zu Hemmnissen im EU-Binnenmarkt. Jan Glockauer, Geschäftsführer der IHK, freut sich über die mittlerweile solide Finanzierung des gemeinsamen Unternehmens. Durch mehr als 1200 Veranstaltungsteilnehmer pro Jahr könne man in Zukunft ohne Drittmittel auskommen. sebi Weitere Informationen unter eic-trier.de