Kampf dem Gedränge

Wie ist die Situation in den Schulbussen? Die Durchschnittswerte sind weitestgehend in Ordnung, vereinzelt gibt es aber Probleme: Das ist das Ergebnis der rund 16 000 Euro teuren Schwachstellenanalyse, die die Kreisverwaltung Trier Saarburg in Auftrag gegeben hatte.

Trier. Die Kreisverwaltung Trier- Saarburg hatte das Europäische Tourismus Institut (Eti) beauftragt, 197 Busfahrten im Kreis unter die Lupe zu nehmen. Die Auslastung der Platzkapazität, ab wann und wie lange Schüler stehen, die Länge der Fahrtzeit sowie die Pünktlichkeit wurden untersucht.

"Die Schülerbeförderung verläuft grundsätzlich im Rahmen der Vorgaben", sagte Landrat Günther Schartz mit Blick auf die ermittelten Durchschnittswerte. Erst bei gezielter Betrachtung kristallisieren sich Probleme heraus: Bei vier Fahrten waren die Busse übervoll. Bei Wiederholungsmessungen sei allerdings keine Überschreitung der Kapazität mehr festgestellt worden, sagte Schartz. Insgesamt bewege sich ein Fünftel der Busse an der Auslastungsgrenze.

Den Berechnungen der Stehplatznutzung sei eine Kapazität von 70 Prozent zugrunde gelegt worden. Heißt: Wenn ein Bus 50 Stehplätze hat, werden 35 berechnet, weil die Schüler aufgrund von Schulranzen mehr Stehfläche beanspruchen. Weiter hat die Analyse ergeben, dass während 181 Fahrten Schüler standen. In 19 Bussen mussten die Kinder länger als eine halbe Stunde stehen. Damit ist die Obergrenze von 30 Minuten überschritten. Fast die Hälfte der Busse kam zu spät. Die Kinder mussten durchschnittlich drei Minuten, im Höchstfall 16 Minuten warten.

Keine konkreten Aussagen trifft die Studie zu den gefahrenen Geschwindigkeiten und dem technischen Zustand der Busse. Der Grund: "Den technischen Zustand haben wir nach dem optischen Eindruck geprüft. Es ist nichts Gravierendes festgestellt worden", sagte Hallerbach. Das Überprüfen der Geschwindigkeit sei technisch nicht realisierbar gewesen. Günther Schartz abschließend: "Wir wollen uns nicht hinter Zahlen verstecken. Die Knaller werden wir angehen."

18 Linien sollen nochmals genau unter die Lupe genommen, einige Schwachstellen mit der Fahrplanänderung im Dezember beseitigt werden. Rudolf Klein, stellvertretender Sprecher des Regionalelternbeirats Trier, lobte die Kreisverwaltung Trier-Saarburg: "Sie sind einen wichtigen Schritt gegangen."

Meinung

Analyse mit Schwachstellen

Beim ersten Blick auf die Analyse möchte man ausrufen: "Na endlich, die Kreisverwaltung tut was!" Doch dann die Ernüchterung. Wer genauer hinschaut, erkennt Schwachstellen in der Analyse selbst. Statistische Mittelwerte zu den Auslastungszahlen zeichnen ein unscharfes Bild; kein Wort zu eingeplanten Umwegen, durch die sich die Subventionszahlungen erhöhen. Was ist mit den oft ultra-frühen Abfahrtszeiten am Morgen, die für Kinder und Eltern zum Stressfaktor werden? Der technische Zustand der Busse war erst gar kein Thema - bei der oberflächlichen Betrachtung der Busse fanden sich "keine gravierenden Mängel". Wieso wurde kein Experte von Tüv oder Dekra hinzugezogen? Und das Tempo der Busse ließ sich "technisch nicht überprüfen". Wieso haben Busse Diagrammschreiber, deren Aufzeichnungen rund eine Woche lang aufbewahrt werden müssen? f.knopp@volksfreund.de