Kampf gegen Tretminen

Von Mariahof bis Euren sorgt nicht entsorgter Hundekot für Unmut. Anwohner fordern ein Vorgehen gegen die Besitzer der Tiere, diese wiederum verlangen mehr Kot-Tüten-Spender. Die Stadt sieht die Hundehalter in der Pflicht.

 Ilse Koch aus Kürenz kümmert sich um die Hinterlassenschaften ihres Hundes – anders als viele andere Trie rer Hundehalter. TV-Foto: Nicholas Steinberg
Ilse Koch aus Kürenz kümmert sich um die Hinterlassenschaften ihres Hundes – anders als viele andere Trie rer Hundehalter. TV-Foto: Nicholas Steinberg

Trier. Eine Leserin beklagt Hundekot in einem Trierer Wohngebiet, der TV stellt die Beschwerde ins Netz - und löst eine Flut von Reaktionen aus. Sie kommen aus der gesamten Stadt - von Euren über Süd bis nach Mariahof. Die braunen Tretminen lauerten in Vorgärten, auf Spazierwegen und sogar auf Spielplätzen, berichten die TV-Leser. Anita Knauber, die auf der Bausch lebt, sagt: "Täglich habe ich auf meiner Wiese einen Hundehaufen." Patrick Bethge aus Mariahof hat das Gefühl, "dass offenbar jede Grünfläche als Hundeklo beansprucht wird. Man bezahle ja Hundesteuer, lautet die beliebte Rechtfertigung". Bethge fordert: "Hier helfen nur drastische Maßnahmen wie Hundeverbote in Wohngebieten oder eine Erfassung der Hunde-DNA. So könnte der Verursacher der Hundehaufen schnell ermittelt und zur Kasse gebeten werden."
Auch Jessica Heldberg findet: "Langsam nervt es wirklich. Man kann ja nirgends spazieren gehen, ohne dass man aufpassen muss, irgendwo reinzutreten. Da müsste wirklich mehr gemacht werden."
Doch auch die Hundebesitzer selbst sind unzufrieden. Herta Hernandez Sanchez fragt sich seit Jahren, weshalb es keine "Örtchen" für Hunde gibt. "Und wo soll man denn den Kotbeutel entsorgen? Im normalen Mülleimer?" Das sei sehr unangenehm für Menschen, die dort nach Verwertbarem suchten.
Ursula Menges sagt: "Es müsste mehr Kot-Tüten und Spender geben, gerade in der Stadt, auf Wander- und Radwegen." Und Daniel Oswald meint: "Das mit den Kot-Beuteln wäre eine super Sache, wenn die besagten Beutelspender voll wären." Im Treveris-Park oder am Mattheiser Weiher seien diese jedoch immer leer.
Die Stadtverwaltung unterhält derzeit 46 Kot-Tüten-Spender, wie Ralf Frühauf vom Presseamt sagt. Außerdem existierten auf dem Petrisberg neun privat und drei durch Jagdgenossenschaften finanzierte Kot-Tüten-Spender. Macht 58 Bello-Boxen in Trier. "Jeder Hundehaufen ist für die Allgemeinheit ärgerlich - und unhygienisch", sagt Frühauf. Ein handfestes Problem sei der Hundekot in Trier nicht, "aber doch schon mehr als nur ein Ärgernis". Die Verwaltung sei bestrebt, eine möglichst hundekotfreie Stadt zu schaffen. Die Spender würden regelmäßig durch Reinigungskolonnen kontrolliert. "Schwierigkeiten haben wir an einigen Stellen durch mutwilliges und gänzliches Entleeren der Behälter." Frühauf weist darauf hin, dass es die Tüten auch für kleines Geld im Handel gibt. Die meisten Hundebesitzer in Trier verhielten sich korrekt und entsorgten die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner ordnungsgemäß, sagt der Stadtsprecher.
Aus juristischer Sicht ist Hundekot zwingend vom Verursacher auf eigene Kosten zu entsorgen. Tierkot gilt als Abfall, durch den der öffentliche Raum nicht verunreinigt werden darf. Wer Hundekot einfach liegen lässt, muss 35 Euro Strafe zahlen - wenn er denn erwischt wird. Frühauf sagt: "Es ist fast unmöglich, Bußgelder zu verhängen, weil man faktisch den Hund mit seinem Besitzer in flagranti erwischen muss."