Kapelle ohne Besucher

Vor etwa zwei Jahren wurde die Maria-Hilf-Kapelle unterhalb der Mariensäule abgesperrt. Für Außenstehende hat sich seitdem nichts getan. Die Arbeit findet jedoch noch hinter den Kulissen statt, wie das Bistum sagt.

Trier. Die Sonne ging auf, es zwitscherten die Vögel, ein Kirchenchor begleitete die Messe. Am Markusberg unterhalb der Mariensäule fanden viele Jahre lang frühmorgendliche Gottesdienste statt - immer im Marienmonat Mai, jeden Morgen um 6 Uhr. Ein schönes Erlebnis, so schildert es TV-Leserin Marie-Luise Plesdin (56). Im vergangenen Jahr war das allerdings schon nicht mehr möglich: Das Bistum sperrte die Maria-Hilf-Kapelle, an der die Gottesdienste abgehalten wurden, für alle Besucher ab. Eine Stützmauer am Fundament der Kirche war laut Bistumssprecher André Uzulis abgerutscht. Die Marien-Wallfahrten wurden in die Christkönigkirche in Trier-West verlegt. Plesdin, die schon als Kind an den Gottesdiensten teilgenommen hat, sagt über die Verlegung: "Das ist nicht mehr dasselbe. Am Berg, zwischen den Bäumen und mit der Sonne über der Stadt, das war kitschig schön." Sie wundert sich auch, warum die Kapelle schon so lange abgesperrt ist: "Ich habe immer gedacht, da kommt bald irgendetwas. Aber offensichtlich tut sich nichts."
Mit den Renovierungsarbeiten wurde tatsächlich noch nicht begonnen. Nach Angaben von Uzulis ist man jedoch auf einem guten Weg: "Es fanden umfangreiche statische und bautechnische Prüfungsarbeiten an der Kapelle statt. Der Bischöfliche Stuhl bewertet derzeit die Befunde dieser Prüfungen. Eine Entscheidung über weitere Maßnahmen ist noch nicht getroffen."
Plesdin hofft, dass die Bauarbeiten bald beginnen und sie an den stimmungsvollen Gottesdiensten wieder teilnehmen kann. Wie lange die Arbeiten dauern werden, kann das Bistum jedoch noch nicht absehen.