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Kapelle soll zum Schmuckstück werden

Kapelle soll zum Schmuckstück werden

Wild wuchernde Hecken, alter Bauschutt, marode Mauern: Das Umfeld der Korlinger Kapelle wirkt nicht besonders anziehend. Die Ortsgemeinde plant seit Jahren eine Neugestaltung, jetzt liegen die Pläne dafür vor. Im Frühjahr sollen die etwa 100 000 Euro teuren Arbeiten beginnen.

Korlingen. Die Idee, das Umfeld der St.-Valentin-Kapelle in Korlingen neu zu gestalten, kam schon Mitte der 1980er Jahre auf. Dass es mit den Plänen lange nicht voranging, lag laut Ortsbürgermeister Gerhard Tholl vor allem daran, dass die Grundstücke rund um das 1769 errichtete Gotteshaus nicht der Ortsgemeinde gehörten. "Das ist oft ein Problem in alten Ortskernen", sagt Tholl. "Alles liegt so eng zusammen, dass man schnell an fremdes Eigentum stößt." In vielen Gesprächen sei es aber doch gelungen, die Grundstücke zu kaufen oder zu tauschen.
Mittlerweile liegen auch die Pläne des Landschaftsarchitekten Karlheinz Fischer für die neuen Außenanlagen vor. Alle Zuschussanträge sind gestellt. Zurzeit bietet das Areal einen trostlosen Anblick: Moos auf Mauern und Wegen, Bauschutt, wuchernde Hecken. "Das muss endlich weg", sagt Tholl. Zunächst werde das abschüssige Gelände aufgeschüttet. Darauf entstehe ein Platz mit Schotter oder einer wassergebundenen Decke. Rasen und Mauern sollen ihn umrahmen. "Den Platz könnten wir für kleinere Konzerte nutzen. Oder einfach als Treffpunkt", sagt Tholl. "Einen richtigen Mittelpunkt haben wir im Ort ja bisher nicht."
Eine Einigung gibt es auch mit den Besitzern der Parkflächen an der Kapelle. "Die bleiben bestehen, weil sie für die Mietwohnungen nebenan gebraucht werden", sagt Tholl. Die Plätze würden aber an das neue Umfeld "angepasst". Der Bereich um die Kapelle wird gepflastert, ein barrierefreier Zugang gebaut. Laut Ortschef laufen noch Gespräche mit der Eigentümerin dieser Parzelle, der Kirchengemeinde St. Cosmas und Damian Gutweiler. Die Ortsgemeinde möchte das Grundstück kaufen, weil sie nur dann Zuschüsse aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landes abrufen kann.
Die Kosten schätzt Tholl auf etwa 100 000 Euro, er hofft auf eine 40-prozentige Förderung. Die Entscheidung darüber falle im März. "Aber auch ohne das Geld ist ein frühzeitiger Baubeginn möglich." Die Gemeinde werde dann vorfinanzieren, sagt Tholl: "Wir wollen im Frühjahr loslegen und dieses Jahr fertig werden." Er selbst wolle das Projekt gern bis zum Ende begleiten. Das bedeute auch, dass er bei der Kommunalwahl am 25. Mai erneut als Ortschef kandidieren wolle.
Auch tagsüber offen


Für das Kapellen-Innere ist die Kirchengemeinde zuständig. Ob auch dort Veränderungen geplant sind, ist laut Pfarrer Ralf-Matthias Willmes noch nicht entschieden. Der Ortschef könnte sich neue verschließbare Zwischentüren vorstellen: "Dann kann die Eingangstür tagsüber offenbleiben und Wanderer können auch mal reinschauen." Sehenswert seien etwa die Figuren der 14 Nothelfer (siehe Extra).
Bei der Finanzierung baut Tholl auch auf die Korlinger: "Ich vermute eine große Bereitschaft, mit Spenden oder Eigenleistungen zu helfen. Es wäre schade, wenn unser Kapellchen vergammeln würde." Am 14. Februar, dem Gedenktag des Schutzpatrons Valentin, wird die Kapelle für einen Gottesdienst geöffnet sein.
Extra

Die Kapelle St. Valentin im Korlinger Ortskern wurde 1769 aus Bruchsteinen gebaut. Sie beherbergt einige sehenswerte Gegenstände und Kunstwerke: einen geschnitzten Tabernakelaltar mit einer hölzernen Muttergottes und sechs Engelsfiguren, eine Holzfigur des Schutzpatrons Valentin an der Seitenwand und gegenüber einen Holzrahmen mit Salvator-Figur und Figürchen der 14 Nothelfer. Die Glocke im Turm ist von 1687 und damit eine der ältesten in der Region. (Quellen: www.ruwer.de, www.katholische-kirche-ruwertal.de) cweb