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Karl-Marx-Statue in Trier trägt Maske

Streich : Karl-Marx-Statue in Trier trägt Maske

Ungewohnter Anblick auf dem Simeonstiftsplatz: Welcher Gastronom hinter der Aktion steckt, was er als Strafe anbietet und wieso es sich nicht nur um eine Blödelei handelt.

#quatsch im kopf: Mit dieser Bezeichnung klärt Max Laux, Inhaber des Fast-Food-Restaurants Flieten-Franz in Trier, über Karl Marx‘ besondere Mundbedeckung in sozialen Netzwerken auf auf. Die Statue hatte am Sonntagmorgen einen Mundschutz im Gesicht – in der Nacht erhielt sie die besondere Corona-Kleidung von Laux und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Laux ist seit zwei Jahren mit seinen Flieten- und Barbecue-Angeboten im Geschäft und nicht nur auf Social Media erfolgreich. Nicht selten bildet sich am Samstag bei besonderen Angeboten eine längere Schlange vor dem Imbiss in der Rudolf-Diesel-Straße.

Doch zurück zum Thema: Einerseits ging es Laux darum, zum zweijährigen Geburtstag seines Betriebs in dieser Woche eine besondere Aktion zu initiieren. Und ganz sicher ging es ihm um Aufmerksamkeit. Die will er aber, das betont er gegenüber volksfreund.de, nicht nur für sich, sondern für alle Gastronomen gewinnen, die seit mehr als einem Jahr unter den Corona-Einschränkungen leiden.

Es soll kein Protest gegen bestimmte Maßnahmen sein, aber doch ein Appell: „Vergesst uns nicht!“, fordert Laux und weist darauf hin, wie viele in seiner Branche ihr Geschäft nicht mehr betreiben können. Die einen helfen sich mit Angeboten zum Lieferservice, für andere sei das keine Lösung. Trotz aller Probleme verbindet Laux die Masken-Aktion aber ebenso mit einem Augenzwinkern: „Wir wollen allen, die es sehen, den Tag versüßen. Und wir wollen zeigen, dass man die momentane Situation nur mit Humor meistern kann.“

Die Karl-Marx-Statue sei mitten in der Stadt, daher sei sie ausgewählt worden. Übrigens nicht zum ersten Mal: Marx trug schon eine Flieten-Franz-Schürze, einen Flieten-Franz-Hut – und nun eben die Maske. Laux selbst hat mit Blick auf die Corona-Einschränkungen schon manche Idee umgesetzt, nicht nur in seinem Unternehmen. So initiierte er die Facebook-Seite Lieferservice Trier & Region. Jeder Gastronom hat dort die Möglichkeit, sich und sein Liefer- oder Abholangebot vorzustellen (unseren Artikel aus dem vergangenen Jahr dazu finden Sie hier).

Wird es eine Strafe für die Aktion geben? Das wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen. Laux selbst hat auf Facebook schon einmal selbst ins Gespräch gebracht, eine besondere Wiedergutmachung zu leisten. Er bietet an, im Haus Maria Goretti des Sozialdienstes katholischer Frauen in Trier (SKF) an einem Tag Flieten und Pommes zu servieren. Hier wird Frauen in schwierigen Situationen eine Unterkunft angeboten. Die Verbindung zur Aktion erläutert Laux: Viele Mütter machten mit ihren Kindern coronabedingt eine schwere Zeit durch. Ein schöner Tag zum Ausgleich mit kostenlosem Essen sei sein Angebot, um Ablenkung zu bieten.