KARL-MAY-FESTSPIELE

Zum Bericht "Wild-West-Romantik mit Spezialeffekten" (TV vom 1. August):

Meinung

Starke Laienschauspieler in Pluwig
Als treuer Besucher der Freilichtbühne Pluwig muss ich zunächst für die Laienspieltruppe eine Lanze brechen. Was dort in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde, sucht im ehemaligen Regierungsbezirk Trier seinesgleichen. Männer, Frauen und Kinder im Alter von vier bis 72 Jahren spielen mit Herzblut den Traum von Gerechtigkeit und Freiheit. Dabei bringt man auch unsere Heimatsprache mit ins Spiel, was allseits respektiert und akzeptiert wird. Karl May in Pluwig auf Hochdeutsch: Das wäre einfach undenkbar. Dazu muss man nur einmal die Besucher fragen. Wer das Buch "Der Geist des Llano Estacado" kennt, weiß, dass es kein einfaches Stück ist. Es fehlt ihm zuweilen an Aktion und ist mit langen Textpassagen gespickt, die aber sehr wichtig zum Verstehen der Handlung sind. Die Kunst der Regie, das Interesse des Zuschauers dennoch am Leben zu erhalten, wird unter anderem durch pyrotechnische Spezialeffekte erreicht, die aber nur an passenden Stellen eingebracht werden können und für die Gesamthandlung nicht schädlich sind. Dass im Artikel die darstellerische Leistung von unentgeltlich und gagenfrei spielenden Laienschauspielern angezweifelt wird, bezeichne ich schlichtweg als eine Frechheit. Verfasser eines solchen Berichts sollten vielleicht überdenken, künftig einen anderen Beruf zu ergreifen, denn auch bei diesem Punkt wurde das Publikum nicht im Geringsten in den Meinungsbildungsprozess eingebunden. Das zeigt den fehlenden Überblick über die Stärken von Laienspielern im Vergleich mit anderen Bühnen. Albert Thees, Hockweiler

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