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Karstadt Trier schließt schon heute seine Pforten

Einzelhandel : Karstadt Trier schließt schon heute seine Pforten

Die Regale sind leer, die Kleiderständer auch: Das große Karstadt-Warenhaus in der Trierer Simeonstraße schließt am heutigen Freitag.

„Nur noch 1 Tag“ kündigen am Freitag Plakate in den Schaufenstern an. In einer Art Countdown hatte Karstadt die letzten Tage runtergezählt. Heute ist es soweit: Statt wie bislang angekündigt am 31. Oktober ist bereits heute der letzte Verkaufstag in der Karstadtfiliale in der Trierer Sim. Offenbar auch, weil die Ware nach dem großen Abverkauf zu reduzierten Preisen in den vergangenen Wochen knapp geworden ist. „Wir machen schon in den nächsten Stunden zu – bis heute Abend halten wir nicht mehr durch“, bestätigte eine Mitarbeiterin gegenüber dem Trierischen Volksfreund.

Bei der Karstadt-Filiale in Essen war zu der vorgezogenen Schließung am Freitagvormittag niemand für den TV zu erreichen.

1978 hatte Karstadt seine Filiale in der Simeonstraße, der größten Einkaufsmeile Triers, eröffnet. Im April 2020 hatte der Galeria Kaufhof Karstadt Konzern Insolvenz angemeldet und angekündigt. Zum im Juni 2020 verkündeten Sparplan gehört die Schließung von 40 der insgesamt 170 Karstadt-Filialen deutschlandweit, darunter auch Trier. Unter anderem in Hamburg, Essen und Mainz gehen ebenfalls in dieser Woche die Lichter in den Karstadthäusern aus.

Die Regale sind leer, die Karstadt-Filiale in der Trierer Simeonstraße schließt in den nächsten Stunden ihre Pforten. Foto: Roland Morgen Foto: Roland Morgen

Knapp 90 Mitarbeiter verlieren in Trier ihre Arbeitsstelle. Was aus der großen Immobilie in direkter Nähe der Porta wird, ist noch offen. Immobilienbesitzer ist die Deutsche Mittelstand Real Estate AG (Demire, Frankfurt). „Wir sprechen derzeit mit verschiedenen renommierten Mietinteressenten, die die gute Lage und den Standort der Immobilie zu schätzen wissen“, hatte Demire-Sprecher Daniel Gabel Ende August gegenüber dem TV erklärt.

Andreas Ludwig, Beigeordneter im Trierer Stadtvorstand und zuständig für das Ressort Einzelhandel, ist noch am Donnerstag in der Trierer Karstadt-Filiale gewesen, um sich die Situation anzusehen. Er sagt: „Die leerstehenden Regale in so einem großen Haus zu sehen – das hat schon weh getan. Ich kann mir vorstellen, wie es da in den Herzen langjähriger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aussieht. Der heutige Tag ist ein schwerer Tag für Trier.“ Jedoch ist Ludwig optimistisch, dass es eine Nachfolgenutzung für die große Immobilie geben wird. Er habe bereits Gespräche mit dem Erbpachtnehmer geführt und zugesichert, dass eventuell nötige Umbaumaßnahmen und Genehmigungen mit höchster Priorität behandelt werden.