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Kaseler Autor Merlin Monzel veröffentlicht drittes Buch "Misericordia"

Bücher : Geheimnisse – nicht nur für Bibelfeste

Nach zwei Fantasy-Geschichten lebt der Kaseler Autor Merlin Monzel mit seinem dritten Werk seine Leidenschaft für schwarzen Humor aus.

 Freunde von Fantasy-Geschichten und Menschen mit Sinn für schwarzen Humor und Geheimnisvolles können sich freuen. In dem Buch „Misericordia – Die sieben Werke der Barmherzigkeit“ geht es, wie schon der Titel sagt, zwar um Barmherzigkeit, doch Samael, um den sich die Handlung dreht, hat es offensichtlich so gar nicht mit Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Laut der Bibel und Evangelist Matthäus zählen dazu Hunger stillen, Durst löschen, Obdachlose beherbergen, Nackte kleiden, Gefangene besuchen, Kranke pflegen und Tote begraben.

Der von maßlosem Hass getriebene Samael hingegen setzt vor allem auf eines: auf mitleidlose Gewalt. In der Hoffnung auf eine bessere Zukunft lässt er sich ein auf „sieben geheimnisvolle Aufträge“, womit im weiteren Verlauf der Handlung das Verständnis von Gut und Böse gehörig auf den Kopf gestellt wird.

Die zentrale Botschaft dabei ist, „dass aus bösen Taten auch Gutes entstehen kann“, erklärt Autor Merlin Monzel. Nach zwei ersten Büchern, der phantastischen Narradonien-Saga, veröffentlicht der 23-Jährige Film-Fan erstmals unter dem Pseudonym B. Movie. Der Name ist eine Wortspielerei und eine Anspielung auf B-Movies, zweitklassige „B“-Filme – billig produziert, aber mit großen kreativen Möglichkeiten.

Mehrdeutigkeiten wie diese finden sich im gesamten Buch. „Hinter jedem Wort oder Satz versteckt sich eine Bedeutung“, sagt der Kaseler Autor, der derzeit in Bonn Psychologie studiert. Folglich gibt es in Misericordia kaum eine Formulierung ohne tieferen Sinn.

Das gilt auch für die Bezeichnung als Band eins einer „Apokryphen-Reihe“, die sich folglich auf religiöse Schriften beruft, die aus verschiedensten Gründen nicht in der Bibel berücksichtigt sind. Religion und Glaube ziehen sich ebenso durch das gesamte Buch wie kirchenkritische Aspekte wie etwa zum Umgang mit Reliquien. Und auch optisch, wie etwa mit dem Buchformat, orientiert sich Misericordia an der Bibel. Und dennoch können nicht nur Bibelfeste das auch gesellschaftskritische Buch lesen.

Monzel wurde schon als Schüler „von sämtlichen Lehrern gefördert“. In der Oberstufe schrieb er ein Drehbuch und sein erstes Buch veröffentlichte er als 17-Jähriger. Dennoch ist Schreiben für ihn nach wie vor Hobby. Und das lebt er parallel zum Studium auch mit für eine Amateur-Theatergruppe verfassten Stücken aus. Er schreibe seit er sich zurück erinnern könne: „Das macht einfach nur viel Spaß.“ Daher fehlt es ihm auch nicht an Ideen für weitere Bücher. Entsprechende Notizen umfassten inzwischen „100 Einträge, was ich schreiben will“, verrät er. Ein mögliches weiteres Thema: „Eine Idee in Richtung Künstliche Intelligenz“.

„Misericordia – Die sieben Werke der Barmherzigkeit“ ist im Verlag acabus erschienen. Das 248 Seiten umfassende Buch ist im Buchhandel erhältlich für 15 Euro.