Katholikenrat: Gleiche Chancen für andere Länder

Katholikenrat: Gleiche Chancen für andere Länder

Vor 60 Jahren wurde der noch jungen Bundesrepublik von mehr als 20 Staaten fast die Hälfte der Schulden erlassen. Am 27. Februar 1953 unterzeichneten Deutschland und seine Gläubiger das Londoner Schuldenabkommen: Ehemalige Kriegsgegner verzichteten insgesamt auf mehr als 15 Milliarden DM, darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich sowie Staaten, die heute bei Deutschland verschuldet sind, wie Griechenland, Irland oder Spanien.


Das Bündnis "erlassjahr.de" besucht aus diesem Anlass in diesem Jahr Botschaften von damaligen Gläubigerstaaten, um sich zu bedanken. Zum Entschuldungsbündnis "erlassjahr.de" gehören 700 Organisationen und im Bistum Trier auch der Katholikenrat.
Für Manfred Thesing, Vorsitzender des Katholikenrates im Bistum Trier, ist nicht nur die Höhe des damaligen Erlasses bemerkenswert: "Besonders bezeichnend ist, dass die Verhandlungen auf Augenhöhe geführt wurden. So wurde nicht alleine von Gläubigerseite entschieden, wie verfahren wird, vielmehr wurde der Bundesrepublik eine faire Chance zum Neuanfang gegeben. Deutschland musste nur dann seine Schulden bedienen, wenn es einen Exportüberschuss gab, was einen wesentlichen Grundstein für das deutsche Wirtschaftswunder legte. Die Gläubiger hatten einen Anreiz, deutsche Waren zu kaufen."
Leider sei das Abkommen in den letzten Jahrzehnten etwas in Vergessenheit geraten. "Wir hoffen daher, dass das Jubiläum dazu genutzt wird, sich dieser fairen und zielführenden Verhandlungen zu erinnern. Ob nun für Griechenland oder Entwicklungsländer: Sie verdienen die gleichen Chancen wie Deutschland 1953", sagt Thesing.
Infos: www.erlassjahr.de