Katholikentags-Pilger

Es klingt Saarländisch, und so soll es sein: "Mir sin dann mol do". Unter diesem Motto werden Katholikentagsgäste am Stand des Bistums Trier in Osnabrück begrüßt. Das ist eine Anspielung auf das letzte Katholikentreffen in Saarbrücken.

Es klingt auch wie eine Antwort auf den Pilger-Bestseller von Hape Kerkeling: "Ich bin dann mal weg". Und um Pilgern geht es auch beim Bistumsstand, der an eine mittelalterliche Pilgerherberge erinnert. Die Sätze "Ich bin dann mal weg" und "Mir sin dann mol do" verbinden sich dort. Jeder Pilger ist darauf angewiesen, auf seinem Weg gute Herbergen zu finden. Und gute Herbergen meint mehr als nur irgendwelche Schlafplätze. In guten Herbergen kommt auch die Seele zur Ruhe. Daran orientiert sich auch die "Trierer Herberge" auf dem Katholikentag in Osnabrück. An diesem Stand gibt es keine Informationen im üblichen Sinne. Also keine Papiere, keine Hochglanzprospekte über den Trierer Dom, keine fein gedruckten Predigten und anschaulich gestylten Strukturkonzeptionen. Nein, es gibt schlicht Viez und Brot. Statt Werbematerial ein Schluck Viez und die Einladung zum Gespräch. Und dazu "sin mir dann mol do!" So werden unterschiedliche Menschen aus dem Bistum in der "Herberge" einfach da sein und auf Gäste warten. Pilgern ist in den letzten Jahren wieder sehr beliebt geworden. Es ist aber mehr als nur "mal weg sein". Das Gehen ist eine Methode, sich auf Wesentliches zu konzentrieren, nachzudenken, sich klarer zu werden, wohin meine Reise gehen soll. Eine positive Unterbrechung, die Raum schafft, Gott neu in mein Leben zu lassen. Das führt ins Beten. Und wenn ich darüber noch mit anderen ins Gespräch komme, ist das umso besser. Deshalb ist der Bistumsstand in Osnabrück ein guter Haltepunkt für die Katholikentags-Pilger und eine gute Station auf dem Weg zum nächsten großen "Pilgerziel": dem Ökumenischen Kirchentag 2010 in München. Dort "sann mir dann z'samm do."

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